Verständigung von Bundesregierung und EU-Kommission zu Eigenstrom

Bestandsschutz bleibt – vorerst – bewahrt

Der VCI begrüßt, dass bei der EEG-Umlage eine Entlastung für Unternehmen mit eigener Stromerzeugung beibehalten werden soll. Damit sei die Gefahr gebannt, dass die ökologisch sinnvolle Produktion von Eigenstrom unwirtschaftlich zu werden drohe. VCI-Hauptgeschäftsführer Utz Tillmann weist darauf hin, dass mittelfristig dennoch zusätzliche Belastungen für die Unternehmen anstehen. Insbesondere dem Mittelstand der Branche entstünden durch die Regelungen zur Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung einmal mehr Nachteile im Wettbewerb.

Die Versorgung mit Eigenstrom spielt in der deutschen Chemie-Industrie eine große Rolle - rund ein Viertel ihres Bedarfs an Strom deckt sie so: An vielen Standorten gibt es eigene Kraftwerke, die die dortigen Industrieanlagen in erster Linie mit Wärme (Dampf), aber auch mit Strom versorgen. Betrieben werden diese weit überwiegend mit Erdgas. Sie sind besonders effizient und damit ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz. - Foto: © Infraserv Höchst
Die Versorgung mit Eigenstrom spielt in der deutschen Chemie-Industrie eine große Rolle - rund ein Viertel ihres Bedarfs an Strom deckt sie so: An vielen Standorten gibt es eigene Kraftwerke, die die dortigen Industrieanlagen in erster Linie mit Wärme (Dampf), aber auch mit Strom versorgen. Betrieben werden diese weit überwiegend mit Erdgas. Sie sind besonders effizient und damit ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz. - Foto: © Infraserv Höchst

Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) begrüßt die Verständigung zwischen Bundesregierung und EU-Kommission, dass bei der EEG-Umlage eine Entlastung für Unternehmen mit eigener Stromerzeugung beibehalten werden soll. VCI-Hauptgeschäftsführer Utz Tillmann zu diesem Ergebnis: „Es ist gut für die Wettbewerbsfähigkeit vieler Industriestandorte, dass Wirtschaftsminister Gabriel den Bestandsschutz für die bestehende Eigenstromerzeugung wahren konnte. Das gibt den Unternehmen mehr Planungssicherheit.“ Damit sei nicht nur eine unmittelbare Kostenbelastung abgewendet worden, sondern auch die Gefahr gebannt, dass die ökologisch sinnvolle Eigenstromproduktion unwirtschaftlich zu werden droht.

Zugleich weist Tillmann darauf hin, dass trotz der Einigung mittelfristig zusätzliche Belastungen für die Unternehmen anstehen: Die Verständigung zwischen Berlin und Brüssel sieht vor, dass nach einer substanziellen Modernisierung auch bestehende Eigenstrom-Anlagen mit 20 Prozent der EEG-Umlage belastet werden. „Diese Festlegung führt dazu, dass sich die Energiekosten vieler Unternehmen trotz Investitionen in die Effizienz weiter erhöhen“, so Tillmann.

Auch über die Förderung für Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK) hat sich die Bundesregierung mit der EU-Kommission verständigt. Während sich bei der ursprünglich vom Deutschen Bundestag beschlossenen Regelung zur KWK-Förderung für große Anlagen (> 50 MW Leistung) nichts ändert, soll diese für kleinere und mittelgroße Anlagen, die modernisiert oder neu gebaut werden, künftig über Ausschreibungen geregelt werden. Nur Anlagen der öffentlichen Versorgung dürfen daran teilnehmen. Utz Tillmann dazu: „Damit werden in der chemischen Industrie vor allem KWK-Anlagen bei mittelständischen Unternehmen ausgeschlossen. Es ist davon auszugehen, dass dadurch weniger in die Modernisierung solcher Anlagen investiert wird.“ Zudem müssen alle Unternehmen, die voll mit der EEG-Umlage belastet werden, künftig auch die volle KWK-Umlage zahlen. „Auch hier ist der Mittelstand unserer Branche im Nachteil, der ohnehin schon unter im internationalen Vergleich hohen Strompreisen leidet“, erklärte Tillmann.

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