Der VCI zur Untersuchung „Die Steuerbelastung multinationaler Unternehmen in Europa“

Analyse basiert auf veralteten Daten und falscher Bemessungsgrundlage

Von den europäischen Grünen vorgestellte Untersuchung ohne jedes fachliche Fundament ++ Keine Aussagekraft für politische Schlussfolgerungen ++ Größter Schwachpunkt ist falsche Bemessungsgrundlage. ++ Forderung nach Transparenz im Steuerrecht ist längst erfüllt.

Dem Vorwurf, Großkonzerne zahlten in der EU zu wenig Steuern, tritt der VCI mit aller Entschiedenheit entgegen: Der von den europäischen Grünen vorgestellten Untersuchung fehlt jedes fachliche Fundament. - Foto: © Marco2811 - stock.adobe.com
Dem Vorwurf, Großkonzerne zahlten in der EU zu wenig Steuern, tritt der VCI mit aller Entschiedenheit entgegen: Der von den europäischen Grünen vorgestellten Untersuchung fehlt jedes fachliche Fundament. - Foto: © Marco2811 - stock.adobe.com

Die europäischen Grünen haben die Steuerbelastung multinationaler Unternehmen in Europa analysiert. Dieser Untersuchung fehlt aus Sicht des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI) das fachliche Fundament, und sie basiert auf veralteten Daten.

Berthold Welling - Foto:
Berthold Welling - Foto: © VCI
„Eine Aussagekraft für politische Schlussfolgerungen hat die Analyse nicht. Denn die wesentliche Schwäche der Untersuchung ist die falsche Bemessungsgrundlage, die unweigerlich zu Abweichungen der effektiven von der tariflichen Steuerbelastung führt. So bezieht sich die Analyse nicht auf die steuerliche Gewinnermittlung, sondern zieht die nicht aussagekräftigen Bruttogewinne heran“, sagt VCI-Steuerexperte Berthold Welling.




Damit werde die Steuerfreiheit von Dividenden, die auf EU-Recht beruht, nicht berücksichtigt und führe unweigerlich zu großen Verwerfungen. Auch Gruppenbesteuerungsregelungen würden einfach ausgeblendet und führten zu weiteren Abweichungen. Darüber hinaus räume die Untersuchung selbst die mangelnde Datenbasis als Schwäche ein. Genauso schwer wiege, dass die OECD-Staaten im Zuge eines internationalen Prozesses mittlerweile zahlreiche Regelungen gegen Steuervermeidung erarbeitet und bereits umgesetzt haben. Insoweit sei die vorliegende Untersuchung überholt und habe über die fachlichen Zweifel hinaus keine Aktualität mehr. „Auch die Forderung nach Transparenz im Steuerrecht ist längst erfüllt. Die Unternehmen in Deutschland sind bereits zu 100 Prozent transparent gegenüber der Finanzverwaltung. Die Betriebsprüfung kann in Deutschland digital rund um die Uhr über das ganze Jahr in den Unternehmen prüfen. Auch ein Informationsaustausch zwischen den Finanzverwaltungen besteht bereits“, macht Welling deutlich.

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