Internationales Abkommen über die Nutzung genetischer Ressourcen

Mehr Rechtssicherheit für Biotech-Unternehmen durch das Nagoya-Protokoll

Die deutschen und europäischen Biotech-Unternehmen unterstützen die Ziele des am 12. Oktober in Kraft getretenen Nagoya-Protokolls. Es soll die nachhaltige und gerechte Nutzung genetischer Ressourcen ermöglichen. Nun sind die EU-Länder gefordert, bei der Umsetzung in nationales Recht praktikable Gesetze zu erlassen.

DIB: Die EU-Länder sind nun gefordert, das Nagoya-Protokoll praktikabel national umzusetzen. © RCH - Fotolia.com
DIB: Die EU-Länder sind nun gefordert, das Nagoya-Protokoll praktikabel national umzusetzen. © RCH - Fotolia.com



Pressemitteilung der
Deutschen Industrievereinigung Biotechnologie e.V.

Die Deutsche Industrievereinigung Biotechnologie (DIB) begrüßt, dass am gestrigen Sonntag das so genannte „Nagoya-Protokoll“ in Kraft treten konnte. Dieses internationale Staatenabkommen über die Nutzung genetischer Ressourcen und den Vorteilsausgleich mit Herkunftsländern soll einen Beitrag zum weltweiten Erhalt der biologischen Vielfalt leisten. Es muss nun noch in nationales Recht umgesetzt werden. DIB-Geschäftsführer Dr. Ricardo Gent erklärte hierzu: „Die deutschen und europäischen Biotechnologie-Unternehmen unterstützen die Ziele des Nagoya-Protokolls. Das Abkommen kann dazu beitragen, die Nutzung genetischer Ressourcen nachhaltiger zu gestalten und daraus entstehende Vorteile gerecht aufzuteilen.“

Alle Industriezweige, die mit biotechnischen Verfahren oder Produkten Werte schaffen, sind potenziell von den Bestimmungen des Nagoya-Protokolls betroffen. Das Abkommen kann für diese Unternehmen zusätzliche Rechts-, Planungs- und Investitionssicherheit schaffen. „Dafür müssen die EU-Länder bei der Umsetzung international wettbewerbsfähige und praktikable Gesetze erlassen, die die Forschung, Wertschöpfung und Nutzengewinnung aus genetischen Ressourcen unterstützen“, so der DIB-Geschäftsführer. „Es muss Regelungen geben, die auch für kleine und mittelständische Unternehmen ohne zusätzliche Bürokratie erfüllbar sind.“

Je einfacher die Zugangsregelungen in einem Land sind, umso größer wird die Chance sein, von der nachhaltigen Nutzung des nationalen genetischen Pools durch zusätzliche Einnahmen zu profitieren. Diese Einnahmen könnten die Staaten dann wiederum in den Erhalt ihrer biologischen Vielfalt und Biodiversität investieren. Gent sagt: „In jedem Gramm Ackerboden sind so viele Bakterienzellen enthalten, wie es Menschen auf unserem Planeten gibt. Das ist eine unvorstellbar große Vielfalt an Erbsubstanz, die noch unzählige Schätze für die Forschung bereithält. Die Politik kann Biotechnologie-Unternehmen hierbei unterstützen, wenn sie das Nagoya-Protokoll praktikabel umsetzt. Ein gerechter Vorteilsausgleich liegt dabei im Interesse beider Seiten.“

Genetische Ressourcen werden bereits seit Jahrzehnten von Chemie- und Biotechnologie-Unternehmen genutzt, um neue Produkte und Verfahren zu entwickeln. Die Herstellung von bio-basierten Produkten ist heute ohne genetische Ressourcen kaum noch denkbar. Dazu zählen zum Beispiel Nahrungs- und Futtermittel, Chemikalien, Biokraftstoffe aus nachwachsenden Rohstoffe, Pharmazeutika, Vakzine, Diagnostika, Tierarzneimittel, Kosmetika, Textilien und Biopolymere.

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