VCI kritisiert einseitige Festlegung der EU-Kommission auf 40-Prozent-Ziel

Einseitiges Klimaziel erodiert die Wettbewerbsfähigkeit

Im Vorfeld des Welt-Klimagipfels 2015 schwächt die EU nach Ansicht des VCI ihre eigene Verhandlungsposition. Ein 40-Prozent-Ziel im Alleingang bringt nichts, gefährdet aber die europäische Industrie, zu deren "Renaissance" sich die Kommission am gleichen Tag in einer Mitteilung bekannt hatte. Dagegen begrüßt der VCI die vorgestellten Empfehlungen zur Förderung von Schiefergas in der EU.

Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) hat sich kritisch zu der heute vorgestellten Klimastrategie der Europäischen Kommission geäußert. Laut VCI-Hauptgeschäftsführer Utz Tillmann schwächt die EU im Vorfeld des Klimagipfels von 2015 in Paris ihre eigene Verhandlungsposition, wenn sie sich voreilig und einseitig auf ein Reduktionsziel von 40 Prozent festlegt. Tillmann sagte: „Alleingänge bringen bei den Klimaverhandlungen nichts, wie die Vergangenheit lehrt. Ein einseitiges 40-Prozent-Ziel ohne Zusagen anderer Länder würde zudem die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie erodieren. Die Kommission bekennt sich zum Erhalt der Industrie, bürdet ihr aber gleichzeitig neue Belastungen auf. Das passt nicht zusammen.“ Tillmann kritisierte besonders, dass die Kommission das jährliche Minderungsziel für den Emissionshandelssektor, zum dem auch die deutsche Chemie gehört, nach 2020 weiter verschärfen will. Dabei sei dieser heute schon überproportional belastet.

Einen Lichtblick sieht Tillmann in den ebenfalls von der Kommission vorgestellten Empfehlungen zur Förderung von Schiefergas in der EU. „Wir begrüßen sehr, dass die Kommission der Förderung keinen Riegel vorschieben will, sondern im Gegenteil Schiefergas als Beitrag zum Klimaschutz ansieht. Dies sollte nun auch für Deutschland zum Signal werden. Auch hierzulande sollte es möglich sein, zumindest die weitere Erkundung vorantreiben, so wie es in Großbritannien der Fall ist.

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