Die Welt

Willkommen im Club der 100-Prozentigen

02. Dezember 2021 | Information

Die Klimakonferenz von Glasgow endete vor Kurzem mit positiven Absichtserklärungen.

Ob sie befolgt werden und sich die Erderwärmung noch auf die im Pariser Abkommen von 2015 avisierten 1,5 Grad beschränken lässt, muss sich zeigen. … Ob er diese Transformation so mittragen könne, wurde Jörg Rothermel als Vertreter der chemischen Industrie gefragt, die ein gewichtiger CO2-Emittent ist. Schließlich sei die Industrie bisher etwa bei Ökostromkosten entlastet worden, CO2-Zertifikate und Berechtigungen habe es gratis gegeben, so Daniel Wetzel.

Man habe es selbst gerade alles für sich durchgerechnet, erklärte Rothermel: „Der Weg in die Treibhausgasneutralität ist möglich“, sagte der Abteilungsleiter Energie, Klimaschutz und Rohstoffe beim Verband der Chemischen Industrie. Um das umsetzen zu können, „benötigen wir aber wesentlich mehr Energie als wir heute einsetzen.“ Deshalb spielten die Kosten für Industriestrom eine entscheidende Rolle. Wenn man mit der Umstellung auf Versorgung mit rein Erneuerbaren Energien weiterhin international konkurrenzfähig sein wolle, „ohne über massive Subventionen am Staatstropf zu hängen, müssen wir mit einem Strompreis von vier Cent arbeiten“, so Rothermel. Das sei etwa halb so teuer wie heute. Und ob man damit tatsächlich hinkäme, sei noch gar nicht sicher. Die aktuellen Befreiungen und Entlastungen rechtfertigte er so: „Die sind wichtig, um das, was wir momentan an Produktion haben, überhaupt erhalten zu können.“ Es reiche aber nicht aus, um gleichzeitig in die neuen Technologien investieren zu können.