Handelsblatt

Stimmungskiller Materialmangel

03. Januar 2022 | Information

Trotz aller Unterschiede zwischen den einzelnen Branchen: Lieferengpässe belasten nahezu alle Wirtschaftszweige.

Viele Unternehmen erwarten auch 2022 keine schnelle Besserung … Die chemisch-pharmazeutische Industrie hat 2021 ihre Produktion um voraussichtlich 4,5 Prozent gesteigert, der Umsatz legte sogar um 15,5 Prozent zu. Die Zahl der Beschäftigten stieg leicht um 0,5 Prozent auf 466.500 an. „Unsere Branche hat vielfachem Gegenwind standgehalten und ein beachtliches Ergebnis erzielt“, sagte VCI-Präsident Christian Kullmann. Der Branchenverband geht davon aus, dass sich die positive Entwicklung der Branche im neuen Jahr fortsetzt. Die Branche hält einen Anstieg der Produktion um zwei Prozent und eine Zunahme des Umsatzes um fünf Prozent für realistisch.

Gleichwohl zeigt eine Mitgliederumfrage, dass sich die Geschäftslage in den letzten Monaten eingetrübt hat: 30 Prozent der Unternehmen melden bereits leichte, fünf Prozent sogar deutliche Einschnitte. Es fehle zwar nicht an Aufträgen, aber die Engpässe bei Vorprodukten und Logistik hätten sich weiter verschärft. Aufgrund der Lieferkettenprobleme mussten 35 Prozent der Unternehmen ihre Produktion drosseln, zehn Prozent haben Anlagen vorübergehend stillgelegt. Über 70 Prozent der Unternehmen können Aufträge nur verzögert abwickeln, 39 Prozent können sie gar nicht erfüllen. Mit einer Entspannung rechnen die Unternehmen erst im Sommer 2022.

Probleme bereitet der Branche auch der rasante Preisanstieg bei Gas und Strom in den letzten Monaten: 61 Prozent der befragten Unternehmen meldeten, dass die Energiepreise ihre Betriebsabläufe derzeit erheblich behindern. 67 Prozent gaben an, die Kosten zumindest teilweise an ihre Kunden weiterreichen zu können.

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Stud. Ass. Manfred Ritz

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Stud. Ass. Manfred Ritz

Bereichsleitung Medien und Redaktion, Handelspolitik