Entwicklung 2005 bis 2016

TUIS-Einsätze der Chemie-Werkfeuerwehren

Infografiken

Die TUIS-Werkfeuerwehren unterstützen die öffentlichen Einsatzkräfte mit Fachwissen, Erfahrung und Spezialtechnik. 2016 halfen sie in 636 Fällen, wie die aktuelle Einsatzstatistik zeigt.

Entwicklung der TUIS-Einsätze von 2005 bis 2016
Entwicklung der TUIS-Einsätze von 2005 bis 2016

Bereits seit 1982 leistet TUIS bei Transport- und Lagerunfällen mit chemischen Produkten in ganz Deutschland schnelle, sachgerechte und unbürokratische Hilfe – unabhängig davon, ob der Hersteller im In- oder Ausland ansässig ist. Seit 35 Jahren stehen die etwa 130 Werkfeuerwehren der chemischen Industrie – rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr – Feuerwehr, Polizei und anderen Gefahrenabwehrkräften zur Seite. Die Deutsche Bahn kann die TUIS-Spezialisten bei Gefahrgut-Transportunfällen ebenfalls anfordern.

Das Transport-Unfall-Informations- und Hilfeleistungssystems (TUIS) der chemischen Industrie hilft den öffentlichen Einsatzkräften vor Ort, indem

  • es sie telefonisch berät (Stufe 1).
  • es Fachleute wie Chemiker, Toxikologen, Ökologen oder Experten aus der Produktion direkt an den Einsatzort bringt (Stufe 2).
  • es an den Einsatzort ausrückt und technische Hilfe leistet (Stufe 3).

TUIS-Einsätze gehen erneut zurück

Die aktuelle Statistik zeigt, dass die öffentlichen Einsatzkräfte TUIS weniger in Anspruch nehmen: 2016 halfen die Chemie-Werkfeuerwehren in insgesamt 636 Fällen. Ein Jahr zuvor waren es noch 760 Einsätze. Trotz des rückläufigen Trends wurde TUIS also im vergangenen Jahr – rein statistisch betrachtet – nahezu zweimal täglich zu Rate gezogen.Ein differenziertes Bild ergibt die Analyse der drei Hilfeleistungsstufen: Die Zahl der Telefonberatungen lag 2016 mit 554 moderat unter dem Vorjahr mit 634 Beratungen. Sie bleiben damit weiter auf einem recht hohen Stand. Eine Fachberatung am Unfallort fand 2016 in 36 Fällen statt. Dieses Unterstützungsangebot von TUIS ist damit gegenüber dem Vorjahr (2015: 36 Einsätze) stabil geblieben. Der seit etwa zehn Jahren zu beobachtende rückläufige Trend bei der technischen Hilfe am Unfallort setzte sich auch im vergangenen Jahr mit 46 Einsätzen fort. (2015: 90 Einsätze).

Den Rückgang der Einsätze begründete Peter Schäfer, Vorsitzender des Arbeitskreises TUIS im VCI, auf der TUIS-Pressekonferenz am 17. Mai 2017 damit, dass zum einen die Sicherheit der Transporte weiter gestiegen ist. Das belegen auch die Zahlen der Bundesanstalt für Straßenwesen. Zum anderen seien die öffentlichen Gefahrenabwehrkräfte im Vergleich zu früher wesentlich besser ausgerüstet. Sie verfügen mittlerweile über Chemieberater und ABC-Abwehrzüge mit entsprechendem Equipment. Weiter spielten auch die heutigen Informationsmöglichkeiten in der vernetzten Welt eine mögliche Rolle: „Nie war es so einfach, sich Informationen zu beschaffen. Diese Tatsache trägt sicherlich mit zur rückläufigen Nachfrage in der telefonischen Beratung bei“, erläuterte der TUIS-Vorsitzende.

Regionale Entwicklung

Die meisten TUIS-Einsätze gab es in Nordrhein-Westfalen. In und über die Schwerpunktregion der chemischen Industrie in Deutschland laufen auf Schiene, Straße und dem Rhein als Hauptwasserweg sehr viele Chemietransporte. 2016 gab es in NRW 258 Einsätze. Rheinland-Pfalz hat seit Jahren die zweithäufigsten Einsätze; 2016 waren es 184. In Hessen lag die Zahl der TUIS-Einsätze im vergangenen Jahr bei 77. Hier ist also eine Entwicklung gegen den Trend erkennbar. Die Einsatzzahlen sind gestiegen, wenn auch nur gering. Dieses Beispiel zeigt, dass eine Interpretation der Statistik mehr als schwierig ist.

Art der Hilfeleistung

Bei den technischen Hilfeleistungen mussten die TUIS-Werkfeuerwehren bei weit mehr als jedem dritten Einsatz eine Flüssigkeit umpumpen (43 Prozent); in 30 Prozent der Fälle dichteten sie ein Leck ab. Ein Produkt vom Unfallfahrzeug wurde in 15 Prozent aller Einsätze von einem anderen Transporter übernommen. Der Rest (12 Prozent) der Einsätze betraf die Entsorgung von Unfall-Ladung.

Mehr als die Hälfte der Einsätze (52 Prozent) wurden durch Unfälle verursacht. Zu 24 Prozent führte fehlerhafte Ladungssicherung zum TUIS-Einsatz. Ebenso waren Materialschäden mit 24 Prozent der Anlass für die Hilfe durch TUIS.

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