Chemie ist Leidenschaft

Schüler aus NRW holt Bronzemedaille auf der 45. internationalen Chemie Olympiade in Moskau.

Bronzemedaille für Conrad Szczuka Der 19-jährige Conrad Szczuka aus Bergheim hat gerade sein Abitur am Erftgymnasium bestanden und vom „Büffeln“ noch nicht genug. Denn Conrad hat eine besondere Leidenschaft für die Chemie entwickelt. Er liebt die Herausforderung sich in dieser ungewöhnlichen olympischen Diziplin mit gleichgesinnten Jugendlichen aus aller Welt zu messen. Er hat erfolgreich an dem deutschen Auswahlverfahren für die 45. Internationale Chemie-Olympiade teilgenommen und setzte sich in der 4. nationalen Runde in Kiel mit drei weiteren Schülern gegen seine Konkurrenten durch. In zwei anspruchsvollen Klausuren erhielt er, als einziger Schüler aus NRW, die notwendige Punktzahl und somit das ersehnte Ticket zur Internationalen Runde nach Moskau, wo 291 Schülerinnen und Schülern aus 77 Ländern vom 15. bis 24. Juli 2013 um olympisches Metall kämpften. Ungewöhnliche Aufgaben galt es zu lösen: Im experimentellen Prüfungsteil stand die Bestimmung der molaren Masse eines Polymers durch Viskosimetrie, sowie eine klassische Synthese von Hydrazonen und eine Titration einer Wasserprobe auf dem Programm. Im theoretischen Teil wurden z.B. aktuelle Themen der Umweltchemie wie die Stabilität von Methanhydrat in den Ozeanen angesprochen.

Conrad wurde für seinen Einsatz mit einer Bronzemedaille belohnt und nahm unvergessliche Eindrücke mit nach Hause. „Die Tage in Moskau waren unglaublich und ich bin froh, dabei gewesen zu sein.“ Conrad begeisterte sich schon früh für die Chemie. Bereits in der 7. Klasse war er Doppelpreisträger beim landesweiten NRW-Wettbewerb "Chemie entdecken". Auch in der Jahrgangsstufe 8 und 10 war er dort als Einzelpreisträger erfolgreich. Ab der 11. Klasse nahm er am Wettbewerb "Chemieolympiade" teil. Bereits zweimal hatte er sich als einer der besten 15 deutschen Chemie-Talente für die vierte Runde qualifiziert, um nun beim dritten Anlauf für die Endrunde nominiert zu werden. Aber auch darüber hinaus war er chemisch aktiv: beim "Haribo"-Wettbewerb (Dr. Hans- Riegel-Fachpreis) war er im Jahre 2012 erfolgreich. Seine Facharbeit zum Thema "Analyse von Aktivkohlewärmer- Elektrochemische Korrosion als Wärmespender" erzielte den ersten Preis an der Kölner Universität und wurde mit 600 Euro belohnt.

Zum Wintersemester steht nun für ihn das Studium an der Universität Aachen an erster Stelle, natürlich im Fach Chemie. Auch dort wird er wohl zusätzliche Herausforderungen annehmen – wir dürfen gespannt sein. Die Internationale Chemie-Olympiade (IChO) wird seit 1968 jährlich in einem anderen Land ausgetragen, wobei sich vierköpfige Schülerteams aus fast 80 Nationen in theoretischen und praktischen Chemieaufgaben messen. Es handelt sich um einen internationalen Wettbewerb für Schülerinnen und Schüler allgemeinbildender und weiterführender Schulen bis zum 20. Lebensjahr. In Deutschland führt das Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) in Kiel das Auswahlverfahren in vier Runden durch. Finanziell gefördert wird der Wettbewerb vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).