Prognos Studie zur NRW Chemie veröffentlicht

Wie entwickelt sich die NRW Chemie bis 2030?

15. April 2014 | Pressemitteilung

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Nach der Prognos Studie zur Entwicklung der Chemischen Industrie bis 2030 wurde nun eine Länderstudie zu Nordrhein-Westfalen veröffentlicht. Diese kommt zu dem Ergebnis, dass die Chemieproduktion im bevölkerungsreichsten Bundesland in den kommenden 17 Jahren mit durchschnittlich 1,8 Prozent wachsen kann. Trotz hohem Basischemieanteil erreicht Nordrhein-Westfalen das Wachstum der Branche in Gesamtdeutschland, liegt aber leicht hinter der Wachstumsprognose von Bayern, Baden-Württemberg und Hessen. Innerhalb der Industrie gehört die Chemie damit zu den Wachstumsgewinnern und kann ihren Anteil an der NRW-Industrie von rund 15 Prozent auf 16,5 Prozent erhöhen.

Die Chemie in Nordrhein-Westfalen ist durch die Basischemie dominiert. Mit einem Anteil von über 50 Prozent liegt das westlichste Bundesland deutschlandweit an der Spitze. Auch die Spezialchemie ist stark vor Ort vertreten – hier liegt der Anteil allerdings leicht unter dem Bundesdurchschnitt. Demgegenüber ist die Pharmaproduktion im Verhältnis zum sonstigen Industrieanteil von NRW am Bund unterdurchschnittlich vertreten. Hier äußert sich sehr deutlich die Ausrichtung Nordrhein-Westfalens als „klassischer“ Industriestandort.

Die Nähe zu den Beneluxländern ist gerade für die Basischemie wichtig. Eine gute Pipeline-Infrastruktur und kurze Wege erzeugen Synergien. Die Vielzahl von industriellen Kunden vor Ort begünstigt das Wachstum. Auf diesem Wege sind lange lokale Wertschöpfungsketten möglich, von dem wiederum andere Branchen profitieren. Nachteilig wirkt sich der im Bundesschnitt vergleichsweise kleine Anteil der Wachstumsbranchen Fahrzeugbau und Elektrotechnik aus. Durch eine gezielte Förderung dieser Leitbranchen könnten zusätzliche Wachstumspotenziale realisiert werden. Zunehmend hat auch die Verkehrsinfrastruktur in NRW als wichtiges Transitland Probleme, die Warenströme aufzunehmen. Bei den Annahmen der Prognose ist unterstellt, dass diese Probleme langfristig angegangen werden.

Bis zum Jahr 2030 wird sich der Anteil der Basischemie aufgrund des zunehmenden Kostendrucks trotz vergleichsweiser guter lokaler Rahmenbedingungen auf unter 50% verringern. Die Spezialchemie kann hingegen Anteile hinzugewinnen. Auch in Nordrhein-Westfalen nimmt der Bedarf in den Kundenindustrien an hochwertigen und innovativen Chemikalien zu. Die Pharmaproduktion wird zwar – trotz dynamischen Wachstums – in NRW weiterhin eine untergeordnete Rolle wahrnehmen, behält aber absolut gesehen mit 11 Prozent einen immer noch nennenswerten Anteil an der bundesweiten Pharmaproduktion.

Die Prognose geht davon aus, dass auf nationaler Ebene weitere Anstrengungen unternommen werden, um die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland aufrechtzuerhalten. Dazu zählen moderate Erfolge bei der Migration von Fachkräften, eine höhere Erwerbsbeteiligung und die Verbesserung der schulischen Bildung. Für die Energiepreise wurde lediglich ein moderater Anstieg unterstellt. Aktuelle Entwicklungen im Emissionshandel zeigen aber leider eine deutlich negativere Entwicklung auf. In politischer Sicht wird im zu Grunde liegenden Szenario erwartet, dass die Konsolidierung der Staatshaushalte gelingt und die Wirtschaftspolitik auf den Erhalt der Wertschöpfungsketten und die Stärkung des Industrienetzwerkes setzt.

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Dipl.-Päd. Uwe Wäckers

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