Weltchemieverband ICCA

Die neue "Responsible Care Global Charter" - ein Überblick

Die neue „Responsible Care Global Charter" wurde im Oktober 2015 zur Internationalen Chemikalien-Management-Konferenz ICCM-4 des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) der Weltöffentlichkeit in Genf vorgestellt. Zahlreiche deutsche Unternehmen haben sich bereits zu dieser internationalen Leitlinie bekannt.

Die neue Responsible Care Global Charter konzentriert sich auf sechs Kernpunkte. © ICCA
Die neue Responsible Care Global Charter konzentriert sich auf sechs Kernpunkte. © ICCA

Fast zehn Jahre lang bestimmte die "Responsible Care Global Charter" die Ausrichtung des Responsible-Care-Programms in internationalen Unternehmen und nationalen Verbänden. Nun hat der Weltchemieverband ICCA das Bewährte gekürzt und verbessert: Seit Mitte 2014 gibt es die neue "Global Charter". Sie richtet sich an global tätige Chemie-Unternehmen und wird im Oktober 2015 der Internationalen Chemikalien-Management-Konferenz ICCM-4 des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) vorgestellt.

Ein kurzer Blick zurück

Im Februar 2005 hatte der internationale Chemieverband ICCA (International Council of Chemical Associations) seine Charter zu Responsible Care intern diskutiert und den Chemieunternehmen weltweit vorgestellt. Anfang Februar 2006 wurde sie auf der internationalen Chemiekonferenz ICCM-3 in Dubai offiziell veröffentlicht. Der VCI hatte die Unterstützungserklärung für Verbände am 6. April 2006 unterzeichnet.

Die Bezeichnung "Responsible Care Global Charter" klang anspruchsvoll. Eine Charta ist nach deutschem Verständnis immerhin eine Art Verfassungsurkunde. Genau dies bezweckte der Weltchemieverband , als er zur ICCM-3 seine gemeinsame, globale Zukunftsversion von Responsible Care vorstellte. Die Beschlüsse dieser Chemiekonferenz zu SAICM ("Strategic Approach to International Chemicals Management") standen im Einklang mit den Leitlinien der "Global Charter".

Bewährtes auf die Höhe der Zeit gebracht

Wie damals griff ICCA nun auch für die neue Fassung internationale Entwicklungen rund um die chemische Industrie auf. Die neue Charta hat Bewährtes behalten und Weiterentwicklungen berücksichtigt, die sich seitdem bei Responsible Care ergeben haben: Process Safety, Security, die "Global Product Strategy" (GPS) und die Ausweitung auf die Lieferkette.

Vorstandsvorsitzende von rund 150 weltweit tätigen und führenden Unternehmen wurden um ihre Unterschrift unter die neue "Global Charter" gebeten. Darunter auch zahlreiche VCI-Mitgliedsunternehmen. Weiteren Unternehmen bleibt es freigestellt, die Charta zu zeichnen.

Unterzeichnet haben die Global Charter bis jetzt folgende Unternehmen:

  • Evonik Industries AG, Essen, Dr. Klaus Engel - 13. August 2014
  • BASF SE, Ludwigshafen, Dr. Kurt Bock - 14. August 2014
  • Lanxess AG, Köln, Matthias Zachert - 20. August 2014
  • Merck KGaA, Darmstadt, Dr. Karl-Ludwig Kley - 29. August 2014
  • Wacker Chemie AG, München, Dr. Rudolf Staudigl - 2. September 2014
  • Bayer AG, Leverkusen, Dr. Marjin Dekkers - 4. September 2014
  • Henkel AG & Co. KGaA, Düsseldorf, Kasper Rorsted - 4. September 2014
  • Chemische Fabrik Budenheim KG, Dr. Harald Schaub - 16. September 2014
  • Linde AG, Pullach, Dr. Wolfgang Büchele - 8. Oktober 2014
  • Fuchs Petrolub SE, Mannheim, Stefan R. Fuchs - 21. Januar 2015
  • VESTOLIT GmbH, Marl, Dr. Michael Träger - 4. März 2015
  • BÖRLIND Gesellschaft für kosmetische Erzeugnisse mbH, Calw, Michael Lindner - 6. März 2015
  • Follmann Chemie GmbH, Minden, Dr. Henrik Follmann, 6. März 2015
  • Zschimmer & Schwarz GmbH & Co. KG, Lahnstein, Erhardt Fiebiger und Dr. Martin Haberl - 9. März 2015
  • DELO Industrie Klebstoffe GmbH & Co KGaA, Windach, Sabine Herold - 26. März 2015
  • Worlée-Chemie GmbH, Hamburg, Reinhold von Eben-Worlée - 30. März 2015
  • Boehringer Ingelheim GmbH, Ingelheim am Rhein, Prof. Dr. Andreas Barner - 3. Juli 2015
  • Covestro AG, Patrick Thomas - 11. Juli 2016

Konzentration auf sechs Aspekte

Das Dokument besteht aus einer kurzen ethischen Verpflichtung auf sechs Aspekte:

  • Führungskultur im Unternehmen
  • Schutz von Mensch und Umwelt
  • Stärkung von Managementsystemen
  • Einbeziehung von Geschäftspartnern
  • Berücksichtigung von Anspruchsgruppen
  • Beitrag zur Nachhaltigkeit

Diese sechs Aspekte werden im zweiten Teil der neuen "Global Charter", einer kurzen Informationsschrift (im Downloadbereich oben: "Explanatory Notes"), erläutert. Hierin findet sich auch der Hinweis, dass die Beteiligung an nationalen RC-Programmen überall dort erwartet wird, wo ein Unternehmen signifikante wirtschaftliche Aktivitäten entfaltet. Ob das der Fall ist, prüft das Unternehmen selbst.

Im Gegensatz zur alten Charta richtet sich die neue Verpflichtung ausschließlich an Unternehmen. Denn die bisherige Doppelansprache von Unternehmen und Verbänden hatte sich nicht bewährt. Zu unscharf waren die jeweiligen Rollen und die sich daraus ergebenden Pflichten.

Ähnlich wie der VCI im deutschen RC-Programm einen wichtigen Beitrag für die Nachhaltigkeitsinitiative Chemie3 sieht, so versteht auch der Weltchemieverband RC als konkreten Beitrag zu Sustainable Development. Für ICCA stehen hierbei die Treibhausgase, das Abfall-Management, der wirtschaftliche Umgang mit Rohstoffen, Wasser und Energie sowie die Ausweitung wirtschaftlicher Möglichkeiten im Vordergrund. In den Erläuterungen der neuen Leitlinie werden die Vorstandsvorsitzenden außerdem ermuntert, sich an Initiativen zu beteiligen, bei denen RC als Beitrag für nachhaltige Entwicklung gestärkt wird.

Zusammenspiel zwischen ICCA und nationalen Verbänden

Die Frage der Nachvollziehbarkeit verantwortlichen Handelns delegiert die neue Charta auf die nationalen Verbände. Ihnen obliege es, Verfahren einzuführen, mit denen die Einführung von Responsible-Care-Elementen in Unternehmen verifiziert werden kann. Hierbei werden bislang durchaus unterschiedliche Wege begangen. So ist in den USA eine Zertifizierung gegen die dortige Norm RC14001 obligatorisch. Beim deutschen Verband Chemiehandel VCH und beim österreichischen Chemieverband FCIO wird gegen umfangreiche Fragenkataloge geprüft. Cefic stellt einen anspruchsvollen Self-Assessment-Fragenkatalog zur Selbsteinschätzung zur Verfügung, der - wie die "Global Charter" - neuen Erfordernissen angepasst werden soll.


Die "Responsible Care Global Charter" wird vom VCI in englischer Sprache veröffentlicht. Sie steht unter "Ergänzende Downloads" rechts oben auf dieser Seite zum Download bereit, ebenso wie die Erläuterungen dazu. Bei Verwendung der Charter sollte darauf geachtet werden, dass nur das in englischer Sprache verfasste Dokument ein offizielles ICCA-Dokument darstellt. Die ursprüngliche "CEO Declaration of Support" und die "Global Charter" wurden zu einem Dokument vereint.

Häufig gestellte Fragen zur "Global Charter" sind aktuell von ICCA zusammengestellt und beantwortet worden. Sie finden das englische FAQ-Original ebenfalls als Download.

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Dipl.-Ing. Bernd Berressem

E-Mail: berressem@vci.de

Martina Schönnenbeck

E-Mail: schoennenbeck@vci.de