Zur ersten Orientierung:

Responsible Care im Überblick

Responsible Care (RC) bedeutet für die chemische Industrie, verantwortlich zu handeln. Sie macht dies über eine weltweite Initiative deutlich. Ziel ist die freiwillige Verpflichtung, mehr als vorgeschrieben zu tun: Nachhaltigkeit fördern, Produktverantwortung zeigen, mehr Sicherheit für Werke und Nachbarschaft schaffen, den Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz und den Umweltschutz verbessern.

In 53 Ländern führen Chemieverbände nationale RC-Programme durch. Jüngstes Mitglied seit Oktober 2007 ist das russische RC-Programm. In der internationalen Initiative sind tausende von Unternehmen mit Millionen Mitarbeitern aktiv.​ Diese einzigartige Initiative einer ganzen Branche begann 1985 in Kanada. Damals entstand auch das charakteristische Logo mit zwei Händen, die eine gedachte chemische Verbindung umgreifen. 1991 wurde auch ein deutsches RC-Programm gestartet. Der internationale Chemieverband ICCA lenkt die Initiative. In Europa wird RC durch den Europäischen Chemieverband Cefic koordiniert.

Die internationalen Chemie-Organisationen arbeiten partnerschaftlich mit dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen ( UNEP ), der EU-Kommission und zahlreichen weiteren Organisationen sowie Stakeholdern zusammen. Sie verstehen die RC-Initiative als Beitrag der Chemie zur nachhaltigen Entwicklung ( Sustainable Development ). Dies hat UN-Generalsekretär Kofi Annan in einem Brief entsprechend anerkannt (Faksimile am Fuß dieses Dokuments).

Außerdem spannt Responsible Care einen Bogen zur Global Product Strategy ( GPS ) der internationalen Chemie, wie sie auf der Internationalen UN-Konferenz zum Chemikalien-Management ( SAICM ) 2006 vereinbart wurde. Damit erfüllt die chemische Industrie einen Auftrag, der in der Agenda 21 auf dem Weltgipfel 1992 in Rio formuliert worden war.

Die Unternehmen selbst leisten durch ihr Engagement für RC außerdem Beiträge im Rahmen ihrer Corporate Social Responsibility ( CSR ).

ICCA hat im Februar 2006 mit der RC-Global Charter ausführliche Grundsätze veröffentlicht, an denen sich alle nationalen Programme ausrichten. Die deutschen Leitlinien für RC wurden 1995 geschrieben und im September 2007 neuen internationalen Anforderungen angepasst.

Die Vorstände der rund 100 größten multinational tätigen Chemie-Unternehmen und die nationalen Verbände haben durch ihre Unterschrift ihre Unterstützung für Responsible Care bekräftigt. Der Verband der Chemischen Industrie e.V. (VCI) unterschrieb im April 2006. Bei RC kooperiert der VCI mit dem Bundesarbeitgeberverband Chemie ( BAVC ) und der Industriegewerkschaft Bergbau Chemie Energie ( IG BCE ).

In Deutschland steht die RC-Initiative allen Mitgliedsunternehmen des VCI offen. Am jährlichen RC-Bericht beteiligen sich weit mehr als 800 Firmen. Sie stehen für rund 90 Prozent aller Beschäftigten der chemischen Industrie in Deutschland. Bemerkenswert ist dabei auch das Engagement des Mittelstandes, wie sich in zahlreichen Projekten zeigt. Solche Projekte werden vorzugsweise über Fachverbände oder VCI- Landesverbände betrieben. Dabei kommt es häufig zur Zusammenarbeit mit Partnern der chemischen Industrie – also Kunden, Behörden, Wissenschaft oder Nachbarschaft. Der Responsible-Care-Bericht 2007 wurde erstmalig verifiziert. Die Deloitte Cert Umweltgutachter GmbH erteilte dem VCI dafür das "eingeschränkte Testat".

Neben der internationalen Vision der Global Charter kommt es auf die praktische Umsetzung an. Think global, act local. Zahlreiche innerbetriebliche Anstrengungen sind notwendig, um den international, europäisch oder national beschriebenen Anforderungen zu genügen. Dazu zählen die Einrichtung von Managementsystemen, die Erhebung von Kennzahlen und die Nachvollziehbarkeit von Daten und Fakten. Damit hat Responsible Care auch einen innerbetrieblichen Nutzen für Management und Belegschaft.

Auf dieser Grundlage wurde Responsible Care 2006 neu ausgerichtet. Dabei rückten konkrete Projekte in den Mittelpunkt. Projekte stehen auf dieser Website deshalb im Blickpunkt.

Brief des seinerzeitigen UN-Generalsekretär Kofi Annan an den Präsidenten des Weltchemieverbandes: