Kunststoffabfälle

So vermeiden wir Abfall in der Umwelt

Kunststoffabfall ist eine hochwertige Ressource und zum Wegwerfen viel zu schade. In Deutschland werden rund 99 Prozent der Kunststoffabfälle verwertet. Das gelingt auf verschiedenen Wegen.

Kunststoffe haben in der Umwelt nichts zu suchen. Die chemische Industrie setzt sich mit vielen eigenen Aktivitäten für dieses Ziel ein und hat Vorschläge für die Politik dazu. - Foto: © yanikap/stock.adobe.com
Kunststoffe haben in der Umwelt nichts zu suchen. Die chemische Industrie setzt sich mit vielen eigenen Aktivitäten für dieses Ziel ein und hat Vorschläge für die Politik dazu. - Foto: © yanikap/stock.adobe.com

Erstens durch werkstoffliches Recycling: Gebrauchte Kunststoffe werden zerkleinert, nach Sorten getrennt, zu Granulaten verarbeitet und können so Neuware ersetzen. Zweitens wird für vermischte oder verschmutzte Kunststoffe das rohstoffliche Recycling angewendet. Aus den Kunststoffen können somit unter anderem Öle und Gase gewonnen werden, die für neue Kunststoffe oder andere Zwecke geeignet sind. Dieser Verwertungsweg steht mengenmäßig noch am Anfang, bietet aber viel Potenzial. Als dritte Option besteht die energetische Verwertung. Dabei wird der hohe Energiegehalt des Kunststoffabfalls zur Erzeugung von Strom oder Wärme effektiv genutzt. Zudem kann das hierbei anfallende CO2 in hoch innovativen technologischen Lösungen weiter eingesetzt werden.

Um die Stärken jeder einzelnen dieser Optionen optimal auszunutzen, empfiehlt die Chemieindustrie:

Alle Verwertungsoptionen erhalten

Die sogenannte Abfallhierarchie beschreibt in fünf Stufen, wie mit Abfall effizient umzugehen ist. Entsprechend der gesetzlichen Vorgaben kann davon nach sorgfältiger Kosten-Nutzen-Abwägung abgewichen werden. Auch diese Flexibilität ist zu erhalten.

Keine zusätzliche Regulierung

Die EU-Abfallrahmenrichtlinie und das deutsche Kreislaufwirtschaftsgesetz sind heute schon anspruchsvoll. Das neue EU-Abfallpaket vom Mai 2018 wird zusätzliche Impulse geben. Weitere abfallrechtliche Regulierungen insbesondere in Deutschland sind aufgrund der hohen Vorleistungen nicht notwendig. Die nationale Umsetzung der neuen EU-Vorgaben bis Mitte 2020 soll zudem nicht über die rechtlichen Anforderungen aus Brüssel hinausgehen.

Deponieverbot vorantreiben

Die in vielen Ländern noch immer übliche Deponierung von unvorbehandelten Siedlungs- und Kunststoffabfällen ist Ressourcenverschwendung und verschärft – sofern die Deponien nicht angemessen gesichert sind – die Müllproblematik in den Flüssen und Weltmeeren. Das in Deutschland seit 2005 geltende Deponierungsverbot für diese Abfälle muss europa- und weltweit vorangetrieben werden.

INFOGRAFIK: Deponieverbote steigern die Verwertung

Verwertung von Kunststoffabfällen, 2016; Quelle: Conversio Market & Strategy GmbH - Klick auf die Grafik führt zu einer jpg-Datei in druckfähiger Auflösung

Europaweit erreicht die Verwertungsrate von Kunststoffabfällen aus dem Post-Consumer-Bereich 72,7 Prozent. Sehr viel besser schneiden Länder ab, in denen ein Deponieverbot für Kunststoffabfälle gilt. So beträgt in Deutschland die Verwertungsrate (energetisch, werkstofflich und rohstofflich) 99,2 Prozent, wovon 38,6 Prozentpunkte auf Recycling entfallen. - Klick auf die Grafik vergrößert sie!
Europaweit erreicht die Verwertungsrate von Kunststoffabfällen aus dem Post-Consumer-Bereich 72,7 Prozent. Sehr viel besser schneiden Länder ab, in denen ein Deponieverbot für Kunststoffabfälle gilt. So beträgt in Deutschland die Verwertungsrate (energetisch, werkstofflich und rohstofflich) 99,2 Prozent, wovon 38,6 Prozentpunkte auf Recycling entfallen. - Klick auf die Grafik vergrößert sie!

Auch um die Plastikflut in den Weltmeeren zu stoppen, ist es wichtig, sorgfältig mit Kunststoffabfällen umzugehen und nicht einfach wegzuwerfen.

Foto:
Foto: © VCI/Schuppenies
Mehr dazu im Beitrag: „Marine Litter eindämmen - Gemeinsam für saubere Meere"




© VCI
VCI-Kurzüberblick zum Thema Kunststoffabfälle: „Der Umwelt verpflichet"




Schon in jungen Jahren Umweltbewusstsein entwickeln

Die Verschmutzung durch achtlos entsorgten oder liegen gebliebenen Müll ist immer mehr zum Problem geworden. Von Fastfood-Verpackungen über Getränkedosen und Zigarettenstummel bis hin zu Glasflaschen landet leider alles Mögliche auf Bürgersteigen und in Parks. Abfälle aus Kunststoff sind häufig sichtbarstes Zeichen dieser Umweltverschmutzung. Auf verschiedenen Wegen klären die Kunststofferzeuger in Deutschland die Verbraucher über den richtigen Umgang mit Abfallprodukten auf. Einer davon findet in der Schule statt: Mit dem mittlerweile in seiner 18. Auflage vorliegenden Sekundarstufen-Schulbuch „Kunststoffe – Werkstoffe unserer Zeit“ tragen die Kunststofferzeuger von PlasticsEurope Deutschland dazu bei, junge Menschen für den Umweltschutz zu sensibilisieren. So nehmen Verwertungswege für Abfälle und die Meeresmüllproblematik seit Jahren immer mehr Raum in diesem Buch ein. Vor allem das Thema „Marine Litter“ gewinnt in dem Schulbuch an Bedeutung und lädt dazu ein, im Unterricht über Herstellung und Verwendung von Kunststoffen zu sprechen sowie einen Blick auf deren richtige Entsorgung und Verwertung zu werfen.

Hier geht es zu den Aktivitäten von PlasticsEurope zum Thema „Kunststoff und Schule".

Der Experimentierkoffer „Kunos coole Kunststoffe-Kiste“ trägt zur Sensibilisierung von Grundschulkindern bei: Auch sie sollen für einen verantwortungsvollen Umgang mit Kunststoffen gewonnen werden. In fünf alltagsnahen Versuchen wird ihnen gezeigt, wie wichtig Kunststoff in unserem Alltag ist und dass er viel zu schade zum Wegwerfen ist.

Mehr zum Thema

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Dr. Jörg Rothermel

E-Mail: rothermel@vci.de