Vier Dialogforen

Nachhaltigkeit hat viele Facetten

In vier Dialogforen im Rahmen der Chemie³-Tagung in Berlin beleuchteten die Teilnehmer die unterschiedlichen Aspekte des jeweiligen Themas. Den Anfang machten Impulsgeber aus Politik, Wissenschaft, Unternehmen und Kirche mit 300-Sekunden-Statements.

Nachhaltige Entwicklung hat für die chemische Industrie einen strategischen Stellenwert. - Foto: © BASF SE
Nachhaltige Entwicklung hat für die chemische Industrie einen strategischen Stellenwert. - Foto: © BASF SE

Dialogforum 1: Nachhaltige Entwicklung messbar machen

Chemie3 hat sich zum Ziel gesetzt, die Fortschritte der Branche in Richtung Nachhaltigkeit messbar zu machen. Im Dialogforum 1 stellten die Allianzpartner die dafür entwickelten 40 Indikatoren erstmals öffentlich zur Diskussion und erhielten viel positives Feedback, aber auch ein paar Hausaufgaben.

Die Podiumsteilnehmer – darunter Vertreter des Bundesarbeitsministeriums und des Bundesumweltministeriums – begrüßten die Entwicklung der Fortschrittsindikatoren. Die wesentlichen Themen seien berücksichtigt und verständlich umgesetzt worden.

Eine Herausforderung sahen die Teilnehmer darin, die Indikatoren in die internationale Diskussion einzubringen und so das Thema „Umweltverträglicher Umgang mit Chemikalien“ der UN-Ziele für eine nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) zu adressieren. Einig waren sich aber alle, dass Chemie3 mit den Indikatoren auf dem richtigen Weg sei. Es komme nun auf konkrete Fortschritte der Branche an.

Forum 2: Poitik für eine nachhaltige Industrie

Wie sieht eine Politik aus, die auch in Zukunft die richtigen Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Industrie schafft? Wie kann eine Innovationskultur gefördert werden, die technische und soziale Neuerungen unterstützt? Diesen Fragen widmete sich Dialogforum 2.

Die Teilnehmer waren der Auffassung, dass es die zentrale Aufgabe von Politik sei, langfristige und breit getragene Ziele zu entwickeln. Für die Industrie sei Planungssicherheit wichtig. Mit Blick auf Innovationen wünschten sich die Teilnehmer ein klares politisches Bekenntnis zu einer innovationsstarken Industrie. Innovationen seien unverzichtbar für die Wettbewerbsfähigkeit. Eine neue kooperative Dialogkultur zur offenen Diskussion von Innovationen, bei der die gesamte Zivilgesellschaft einbezogen werde, könne Akzeptanz fördern.

Forum 3: Wachstum für eine nachhaltige Entwicklung

Wirtschaftliches Wachstum leistet einen wesentlichen Beitrag zum Aufbau von Entwicklungschancen. Es ist gleichzeitig eine Voraussetzung für Investitionen in Innovationen. Im Dialogforum 3 wurden die Bedeutung und die notwendige neue Qualität von Wirtschaftswachstum für eine nachhaltige Entwicklung diskutiert.

Die Teilnehmer waren sich einig, dass mit den SDGs eine entscheidende Grundlage für eine nachhaltige globale Entwicklung geschaffen wurde, jedoch ein differenziertes Wachstums- und Wohlfahrtsverständnis nötig sei. Sie erkannten an, dass die deutsche Chemie einen wertvollen Beitrag leisten kann, wenn sie einen ganzheitlichen Blick auf ihre globalen Wertschöpfungsketten wirft. Sie empfahlen, die Diskussion zum Wachstum offen und ehrlich zu führen.

Forum 4: Produktinnovationen für eine nachhaltige Entwicklung

Wo ist die Branche heute schon aktiv? Wie kann sie mit Politik und Ge-sellschaft zu den Nachhaltigkeitszielen beitragen? Um diese Fragen ging es im Dialogforum 4. Innovationen der Chemie sind zum Erreichen der UN-Umweltziele zwingend notwendig. Die planetaren Grenzen und das Vorsorgeprinzip bilden hierfür den Rahmen. Darin stimmten die Teilnehmer überein. Sie betonten auch, dass im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung der gesamte Produktlebenszyklus einschließlich Kunden und Anwender betrachtet werden sollte. Eine verantwortungsvolle Aufgabe für Chemie3 sei es, kleine und mittelständische Betriebe auf dem Weg zur Nachhaltigkeit mitzunehmen.


Dieser Aritkel ist im chemie report 12/2016 erschienen. Den Gesamtbericht daraus zu dieser Veranstaltung finden Sie im Download-Bereich im Kopf dieser Seite („Ergänzende Downloads"; 4-seitige PDF-Datei).

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Dipl.-Volksw. Birgit Engelhardt

E-Mail: engelhardt@vci.de

Elena Schad

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