Launch des Internationalen Kompetenzzentrums Nachhaltige Chemie

Nachhaltige Chemie? Alternativlos!

Hunger lässt sich nur mit Hilfe von Chemikalien bekämpfen. Eine saubere Energieversorgung benötigt ebenso Chemikalien wie der Schutz der Gesundheit. Damit dies alles nachhaltig geschehen kann, hat das Bundesumweltministerium eine neue internationale Initiative ins Leben gerufen. Die Chemiebranche will mitarbeiten.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks überreicht die Gründungsurkunde an das neue ISC3. Von links. Dr. Christoph Beier (stellvertretender Vorsitzender GIZ), Bundesumweltministerin Barbara Hendricks, Maria Krautzberger (Präsidentin UBA), Friedrich Barth (Geschäftsführer ISC3) - Foto: © BMUB/Sascha Hilgers
Bundesumweltministerin Barbara Hendricks überreicht die Gründungsurkunde an das neue ISC3. Von links. Dr. Christoph Beier (stellvertretender Vorsitzender GIZ), Bundesumweltministerin Barbara Hendricks, Maria Krautzberger (Präsidentin UBA), Friedrich Barth (Geschäftsführer ISC3) - Foto: © BMUB/Sascha Hilgers

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks hat am 17. Mai in Berlin das neue „Internationale Kompetenzzentrums Nachhaltige Chemie" – kurz ISC3 (siehe Kurzinfo ganz unten) – feierlich vorgestellt. „Ich bin stolz darauf, dass es uns gelungen ist, das ISC3 aus der Taufe zu heben“, betonte die Ministerin vor rund 200 Politikern und Fachleuten aus aller Welt auf der Konferenz „Mainstreaming Sustainable Chemistry". Das ISC3 soll vor allem Entwicklungs- und Schwellenländern helfen, die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen zu erreichen, sowie gleichzeitig das Konzept der nachhaltigen Chemie weltweit voranbringen. Eric Solheim, Präsident des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP), betonte in seiner Videobotschaft, eine nachhaltige Chemie sei alternativlos.

UNEP-Präsident Eric Solheim war per Videobotschaft auf der Konferenz präsent. - Foto: © David Obladen

VCI-Präsident Kurt Bock begrüßte in Berlin den ganzheitlichen ISC3-Ansatz „Wir brauchen ein Konzept, das die ökologische, ökonomische und soziale Dimension von Nachhaltigkeit gleichermaßen berücksichtigt.“ So könne es gelingen, die Nachhaltigkeitsziele der UN zu erreichen. Neue Produkte und Verfahren der Chemie würden bereits dazu beitragen, diese Ziele zu erreichen, also etwa Hunger und Armut zu bekämpfen, die Gesundheitsversorgung zu verbessern und eine bezahlbare und umweltverträgliche Energieversorgung sicherzustellen.

VCI-Präsident Kurt Bock: Chemie³ und ISC3 ergänzen sich. Wir bieten unsere Unterstützung an, um Nachhaltigkeit nicht nur national, sondern weltweit in der chemischen Industrie voranzubringen." - Foto: © David Obladen

„Nachhaltigkeit ist elementar für eine erfolgreiche Zukunft der Chemie“, betonte der VCI-Präsident und kündigte in Berlin an, die Chemiebranche wolle sich von Beginn an über die eigene Nachhaltigkeitsinitiative Chemie3 am ISC3 engagieren. Dabei sei Nachhaltigkeit für die Industrie kein Neuland. Bereits 1991 trat der VCI der Responsible-Care-Initiative mit der Zusage bei, Leistungen in den Bereichen Gesundheit, Sicherheit und Umwelt unabhängig von gesetzlichen Vorgaben zu verbessern. 2013 rief der VCI mit der Gewerkschaft IG BCE und dem Chemie-Arbeitgeberverband BAVC die Nachhaltigkeitsinitiative Chemie3 ins Leben, um das Leitbild der Nachhaltigkeit in der Branche zu verankern.

Wann ist Chemie nachhaltig?

Eine klare Definition fehlt, doch für Ministerin Hendricks setzt eine solche Chemie auf Vorsorge, schädigt Menschen und Ökosysteme so wenig wie möglich und nutzt Ressourcen so effizient es geht.

Barbara Hendricks - Foto:
Barbara Hendricks - Foto: © BMUB/Sascha Hilgers
„Wir brauchen nachhaltige Chemie, damit wir in Zukunft Gebäude isolieren, Wasser aufbereiten und Solarzellen bauen können, ohne unsere Umwelt durch langlebige organische Schadstoffe zu belasten.“ Eine Wende zu einer nachhaltigen Chemie werde sich positiv auf Wirtschaft und Gesellschaft auswirken, glaubt die Ministerin. „Wir können am ISC3 durch gute Forschung Impulse für zukunftsfähige und wirtschaftlich relevante Produkte und Techniken setzen.“ Hendricks spricht gar von einem weiteren Baustein von Nachhaltigkeit „made in Germany" und hofft, dass dank Innovationen Wachstum entsteht und Arbeitsplätze geschaffen werden.

Schöne Worte zur Nachhaltigkeit allein reichen Bock aber nicht. Der VCI-Präsident mahnte an, offener für Innovationen zu sein. Neben dem Vorsorgeprinzip müsse es ein Innovationsprinzip geben, um bei der Formulierung von Gesetzen und Vorschriften zu prüfen, ob sich diese negativ auf die Innovationsfähigkeit unseres Landes auswirken.

Das ISC3 soll kein grünes Mäntelchen für die Chemie sein, so Ministerin Hendricks. „Es geht darum, dass die Chemie im Interesse von Menschen und Umwelt angewandt wird und nicht gegen deren Interessen.“


Das ISC3 in Kürze

Das „Internationale Kompetenzzentrums Nachhaltige Chemie" soll dazu beitragen, Nachhaltigkeit als grundlegende Leitstrategie in Politik und Industrie zu verankern. Es hat seinen Sitz am UN-Standort Bonn und ist der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) angegliedert. Das ISC3 wird eng mit UNEP, dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen, zusammenarbeiten.

Für 2017 stehen dem ISC3 aus dem Bundeshaushalt 1,7 Mio. Euro zur Verfügung, ab 2018 werden es jährlich Jahr 2,4 Mio. Euro sein. Geschäftsführer des ISC3 ist Friedrich Barth.

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Ansprechpartner

Monika von Zedlitz

E-Mail: zedlitz@vci.de