Standpunkt

Digitalisierung und Nachhaltigkeit gehören zusammen

Energie- und Ressourceneffizienz in der chemisch-pharmazeutischen Industrie profitieren von der zunehmenden Digitalisierung. Im Gleichschritt mit einer zirkulären Wirtschaftsweise wird sie dabei helfen, die Ära Chemie 4.0 erfolgreich zu bewältigen. Forschung und Innovation werden sich beschleunigen. Für die Beschäftigten in der Branche sind Neugierde und Offenheit für Neues dabei der Schlüssel, um gemeinsam die digitale Zukunft zu gestalten.

VCI-Präsident Kurt Bock - Foto: © BASF SE
VCI-Präsident Kurt Bock - Foto: © BASF SE

Die Digitalisierung durchdringt Wirtschaft und Gesellschaft. Sie verändert nicht nur die gewohnten Formen von Kommunikation und Konsum, sondern führt auch zu tiefgreifenden Veränderungen in Mobilität und Produktion. Wie das genau aussehen wird, wissen wir noch nicht. Aber klar ist: Wir müssen lernen.

Denn auch die Arbeitswelt in der chemischen Industrie und die Anforderungen an die Kompetenzen der Beschäftigten werden sich weiterentwickeln müssen. Für unsere Branche ist das nicht neu. In unserer 150-jährigen Historie haben wir die Erfahrung gemacht, dass große Veränderungen durch neue Technologien immer auch große Chancen mit sich bringen. Dennoch sind viele Menschen besorgt, welche Auswirkungen die Digitalisierung auf ihren Arbeitsplatz haben wird. Diese Sorgen nehmen wir sehr ernst. Wir wollen daher eine Debatte führen, die alle Aspekte der digitalen Zukunft beleuchtet. Unsere Nachhaltigkeitsintiative Chemie3 ist das richtige Forum dafür. Denn die Allianzpartner IG BCE, BAVC und VCI haben Erfahrung im gemeinsamen Umgang mit Veränderungen und der Balance von wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Aspekten – also der nachhaltigen Entwicklung.

Gerade hier eröffnet die Digitalisierung ganz neue Möglichkeiten. Im Gleichschritt mit einer zirkulären Wirtschaftsweise wird uns die Digitalisierung dabei helfen, die aktuelle Entwicklungsphase unserer Branche, die Ära Chemie 4.0, erfolgreich zu bewältigen. Es geht dabei nicht nur um neue Geschäftsmodelle, sondern um die nachhaltige Gestaltung des gesamten Lebenszyklus von Produkten.

Im globalen Wettbewerb mit dynamisch wachsenden Regionen wie Südostasien werden digitale Technologien über den Erfolg des Standorts Europa mitentscheiden. Die Steuerung von Produktions- und Geschäftsprozessen durch Automatisierung und die Nutzung digitaler Daten ist in der chemischen Industrie bereits weit fortgeschritten. Davon profitieren Energie- und Ressourceneffizienz der Verfahren. Durch die Verknüpfung von klassischen Chemieprodukten mit digitalen Dienstleistungen ergeben sich aber ganz neue Wachstumschancen – zum Beispiel in der modernen Landwirtschaft.

Auf der Grundlage digitaler Daten können Forschung und Entwicklung enorm beschleunigt werden. Dadurch können komplexe Zusammenhänge in natürlichen Lebensräumen in völlig neuer Qualität erfasst und miteinander verknüpft werden. So lässt sich etwa das Design eines Produktes verbessern und damit seine Leistung oder seine Lebensdauer erhöhen.

Das sind nur einige Beispiele dafür, wie sich für die Beschäftigten der chemischen Industrie neue Möglichkeiten eröffnen. Aus- und Weiterbildung sowie Neugierde und Offenheit für Neues sind dabei der Schlüssel, um gemeinsam die digitale Zukunft der Branche zu gestalten.

Dr. Kurt Bock
Präsident des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI)

Ansprechpartner:
dialog@vci.de