Mitgliederversammlung des VCI-Landesverbandes Hessen

Von Bildung bis Klimaschutz, die Chemie mischt mit!

Knapp 4 Wochen nach den Europawahlen wirft die chemisch-pharmazeutische Industrie in Hessen im Rahmen der heutigen Mitgliederversammlung einen Blick „zurück nach vorn“. Als Gastreferent spricht der hessische Finanzminister Dr. Thomas Schäfer.

Dr. Helmut Prestel, Vorstandvorsitzender des Landesverbands Hessen im Verband der Chemischen Industrie (VCI Hessen), resümiert: „Nach einer recht guten Wahlbeteiligung in Europa muss nun der Fokus der Poltik darauf gerichtet sein, die EU zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Wir erwarten uns von der morgigen Zusammenkunft der europäischen Staats- und Regierungschefs gute Personalentscheidungen für die Besetzung der Spitzenpositionen auf europäischer Ebene. Sowohl in Europa als auch in Land und Bund erwarten wir von den politisch Verantwortlichen, den ehrgeizigen Klimaschutz mit Wachstum und Beschäftigung zu verbinden. Denn nur mit einer wettbewerbsfähigen, innovativen Industrie lassen sich ein hohes Umwelt- und Verbraucherschutzniveau und eine nachhaltige Entwicklung langfristig realisieren. „Unsere Branche leistet hier Unterstützung, wie sich auch an der Brancheninitiative Chemie³ und Responsible Care ablesen lässt“, fügt Prestel an und heißt den heutigen politischen Gastredner Dr. Thomas Schäfer, hessischer Finanziminister, willkommen, der als Vertreter der Landesregierung spricht.

Dr. Thomas Schäfer wünscht sich von der Wirtschaft ein aktives Einmischen in den politischen und gesellschaftlichen Diskurs. Er fordert die Unternehmer auf, alles dafür zu tun, dass ihre Unternehmen über die Belegschaften wieder ein Stück politischer werden. Politik könne man nicht wegdelegieren, führt er weiter aus. Aus den vielen wichtigen Themen, an denen wir als Gesellschaft aktuell arbeiten, hebt Schäfer den Fachkräftemangel, die Digitalisierung und die Notwendigkeit hervor, ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Stadt und Land zu schaffen.

Forderungen an die Politik

Im Bereich der Digitalisierung und Bildung sehen wir vier Prioritäten: Schnellerer und flächendeckender Breitbandausbau, Verankerung von Digitalisierungskompetenz in Schule und Aus- und Weiterbildung, Entwicklung einer E-Health-Strategie für Hessen und Ausbau von E-Government, um den bürokratischen Aufwand für Unternehmen zu verringern. Auch die Berufsorientierung muss verbessert werden. Die Fachkräftegewinnung bleibt ein Topthema, bei dem Politik und Wirtschaft eng zusammenarbeiten müssen. Wir bieten der Landesregierung an, die Kooperationen im MINT- Bereich im Rahmen der Ganztagsbetreuung weiter auszubauen. Mehr Wissen fördert ein besseres Verständnis für neue Technologien! Wir investieren daher schon heute 150.000 Euro im Jahr für die Schulkooperationen in Hessen. Steuern und Abgaben für die Industrie dürfen nicht weiter zunehmen. Positiv bewerten wir den Gesetzesentwurf zur steuerlichen Forschungsförderung – Deutschland braucht diese sich seit Jahren international bewährte Praxis, um global mithalten zu können. Die beispielsweise bis Ende des Jahres neu zu regelnde Grundsteuer muss aufkommensneutral sein und weniger Verwaltungsaufwand für alle bringen. Bei der Energiewende muss die schwarz-grüne Regierung sowohl auf Bundesebene als auch auf Europaebene darauf hinwirken, dass die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Industrie nicht in eine Schieflage gerät. Der Wert des Industriestandorts und sein Beitrag zum Wohlstand Hessens muss bei allen politischen Entscheidungen Berücksichtigung finden. Unsere Branche leistet seit vielen Jahren einen relevanten Beitrag zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit: Seit 1990 haben wir knapp 50 Prozent der Treibhausgase reduziert und das bei einer Produktionssteigerung von 70 Prozent.

Vorstands-Nachwahlen

Auf der heutigen Mitgliederversammlung wurden zwei neue Mitglieder in den Vorstand gewählt. Dr. Ulrike Fröhlich, Geschäftsführerin der Steigerwald Arzneimittel GmbH in Darmstadt und Jochen Reutter, Geschäftsführer der GSK Vaccines GmbH in Marburg. Ferner gehören in der laufenden Wahlperiode 2018 – 2020 folgende Personen dem Vorstand an: Dr. Peter Bartholomäus (InfraServ, Wiesbaden), Dr. Matthias Braun (Sanofi, Frankfurt), Dr. Jürgen Eck (B.R.A.I.N, Zwingenberg), Gregor Hetzke (Evonik, Hanau-Wolfgang), Martin Kersten (G.E. Habich’s Söhne, Reinhardshagen), Oliver Kinkel (Clariant, Frankfurt), Joachim Kreysing (InfraServ, Höchst), Dr. Marcus Kuhnert (Merck, Darmstadt) als stellvertretender Vorsitzender, Dr. Helmut Prestel (BASF Lampertheim) als Vorsitzender, sowie Klaus Rudert (Dow Deutschland, Wiesbaden).

Hinweis:
Fotos können am Abend der Veranstaltung im Download-Bereich im Kopf dieser Seite heruntergeladen werden. Der Abdruck ist honorarfrei.


Der VCI Hessen ist die wirtschaftspolitische Interessenvertretung für 230 Mitgliedsfirmen der chemischen und pharmazeutischen Industrie in Hessen. Diese setzten im Jahr 2018 in Hessen 26,8 Milliarden Euro um und beschäftigten an ihren hessischen Standorten rund 58.716 Mitarbeiter. Eingebunden in das VCI-Netzwerk auf Bundesebene und in Brüssel steht der Landesverband im ständigen Dialog mit Politik, Behörden, anderen Wirtschaftsbereichen sowie wissenschaftlichen Einrichtungen und Schulen. Sitz des VCI Hessen ist Frankfurt am Main. Weitere Informationen finden Sie unter: www.vci.de/hessen

Kontakt: Sula Lockl, Pressesprecherin, (069) 2556-1430, lockl@vci.de

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