Jama Ariai erhält das Hoechst Doktorandenstipendium der Aventis Foundation

Jama Ariai wird für seine hervorragenden Studienleistungen mit dem Hoechst Doktorandenstipendium ausgezeichnet. Dieses Stipendium ist mit 46.000 Euro dotiert und und wird 2019 zum letzten Mal über die Stiftung Stipendien-Fonds des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI) vergeben.

Jama Ariai erhält das Hoechst Doktorandenstipendium der Aventis Foundation - Foto: © Conrad Averdunk
Jama Ariai erhält das Hoechst Doktorandenstipendium der Aventis Foundation - Foto: © Conrad Averdunk

In seiner Doktorarbeit arbeitet Jama Ariai am Institut für Organische Chemie der Justus-Liebig-Universität Gießen an der Aktivierung stabiler Moleküle durch neuartige metallfreie Verbindungen. Im Mittelpunkt stehen hierbei kohlenstoffbasierte frustrierte Lewis-Paare zur reversiblen Fixierung und Umsetzung von Kohlenstoffdioxid. Typische frustrierte Lewis-Paare beinhalten elektrophile Borane und sterisch anspruchsvolle Phosphane oder Amine. Diese frustrierten Lewis-Paare zeigen eine, für metallfreie Systeme einzigartige, Reaktivität und sind in der Lage starke chemische Bindungen reversibel zu spalten und somit stabile Moleküle wie Wasserstoff und Kohlenstoffdioxid für weitere Reaktionen zu aktivieren.

In der Emmy Noether-Gruppe von Dr. Urs Gellrich an der JLU Gießen plant Jama Ariai durch eine Kombination von computerchemischen und experimentellen Untersuchungen kohlenstoffbasierte frustrierte Lewis-Paare zu entwickeln. Hierzu werden moderne quantenmechanische Methoden zum in silico Design potentieller Systeme genutzt. Anschließend erfolgen die Synthese der Zielmoleküle und letztlich die reversible Fixierung von Kohlenstoffdioxid sowie spektroskopische Studien zur Aufklärung der zugrundeliegenden Reaktionsmechanismen. Die metallfreie Fixierung von Kohlenstoffdioxid ermöglicht es, Kohlenstoffdioxid als Grundbaustein zum Aufbau organischer Moleküle zu verwenden. Langfristig betrachtet stellt diese Methode eine nachhaltige Alternative zu endlichen fossilen Brennstoffen dar. Die enge Vernetzung aus Experiment und Theorie liefert weitreichende Erkenntnisse und ermöglicht auf ressourcensparende aber dennoch systematische Weise die Systeme stetig zu verbessern.

Jama Ariai, geboren 1995 in Fulda, studierte Chemie an der Justus-Liebig-Universität Gießen und schloss den Bachelor sowie den Master als Jahrgangsbester ab. Während eines Auslandsaufenthaltes im Masterstudium an der Universität Padua (Italien) untersuchte er relativistische Effekte in der NMR-Spektroskopie von ionischen Flüssigkeiten. Danach beschäftigte er sich in seiner Masterarbeit bei Dr. Urs Gellrich mit dem in silico Design organischer frustrierter Lewis-Paare. Durch diese Arbeiten ist er nun bestens gerüstet für seine Doktorarbeit.

Das Hoechst Doktorandenstipendium wurde bis 2009 von der Aventis Foundation, einer gemeinnützigen Stiftung mit Sitz in Frankfurt am Main, vergeben. Diese wurde 1996 von der Hoechst AG unter dem Namen Hoechst Foundation gegründet und im Jahr 2000 in Aventis Foundation umbenannt. Im Zuge einer Kooperation mit dem Fonds der Chemischen Industrie wird das Hoechst Doktorandenstipendium seit 2010 - und dieses Jahr letztmalig - in einem gemeinsamen Auswahlverfahren vergeben. Anträge, Begutachtung, Stipendienvergabe und Betreuung der Stipendiaten wurden vom Fonds übernommen. Die finanziellen Mittel stellte die Aventis Foundation zur Verfügung.

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Dr. Stefanie Kiefer

E-Mail: kiefer@vci.de