Bericht des VCI zur wirtschaftlichen Lage der Branche im 2. Quartal 2019

Flaute im deutschen Chemiegeschäft

Branchenproduktion sinkt um 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorquartal ++ Chemikalienpreise steigen um 0,6 Prozent ++ Branchenumsatz stagniert ++ Prognose: Keine Belebung im zweiten Halbjahr erwartet.

Der VCI zur Lage der chemisch-pharmazeutischen Industrie: „Die erwartete Erholung der deutschen Industriekonjunktur in der zweiten Jahreshälfte bleibt aus. Die Unternehmen rechnen aktuell nicht mehr mit einer Belebung des deutschen und europäischen Chemiegeschäfts." - Cover:
Der VCI zur Lage der chemisch-pharmazeutischen Industrie: „Die erwartete Erholung der deutschen Industriekonjunktur in der zweiten Jahreshälfte bleibt aus. Die Unternehmen rechnen aktuell nicht mehr mit einer Belebung des deutschen und europäischen Chemiegeschäfts." - Cover:

Das zweite Quartal 2019 ist für die chemisch-pharmazeutische Industrie enttäuschend verlaufen. Das geht aus dem aktuellen Quartalsbericht hervor, den der Verband der Chemischen Industrie (VCI) veröffentlicht hat. Produktion und Kapazitätsauslastung in Deutschlands drittgrößter Industriebranche gingen demnach leicht zurück. Deshalb stagnierte der Umsatz, obwohl die Preise für Chemie- und Pharmaprodukte erneut zulegten. Hauptursache für die verhaltene Chemiekonjunktur war die deutsche Industrieproduktion, die das vierte Quartal in Folge zurückging. Das sorgte für eine schwächere Inlandsnachfrage nach Chemikalien. Auch aus Europa, dem wichtigsten Auslandsmarkt, gingen zuletzt weniger Bestellungen ein. Aus diesem Grund konnte das Auslandsgeschäft insgesamt nur leicht zulegen.

VCI-Präsident Hans Van Bylen sagt zur Lage der chemisch-pharmazeutischen Industrie: „Die erwartete Erholung der deutschen Industriekonjunktur in der zweiten Jahreshälfte bleibt aus. Die Unternehmen rechnen aktuell nicht mehr mit einer Belebung des deutschen und europäischen Chemiegeschäfts. Vom Handel mit den USA und Asien sind wegen der geopolitischen Risiken nur geringe Wachstumsimpulse zu erwarten.“

Prognose

In diesem Umfeld geht der VCI nun für 2019 von einem Produktionsrückgang in der Chemie- und Pharmaindustrie um 6 Prozent aus. Die Chemikalienpreise steigen im Gesamtjahr voraussichtlich um 1 Prozent. Der Branchenumsatz wird um 5 Prozent auf rund 193 Milliarden Euro sinken.

Produktion

Im zweiten Quartal 2019 ist die Chemieproduktion im Vergleich zum Vorquartal um 0,7 Prozent zurückgegangen. Gegenüber dem Vorjahr sank die Produktion um 8,8 Prozent, wobei dieser Wert durch den bekannten Sondereffekt im Pharmabereich überzeichnet ist. Die Kapazitätsauslastung der Branche verringerte sich auf 83,4 Prozent.

Erzeugerpreise

Chemisch-pharmazeutische Produkte haben sich im zweiten Quartal 2019 um 0,6 Prozent verteuert. Im Vergleich zum Vorjahr betrug die Preissteigerung 1,8 Prozent.

Umsatz

Der Branchenumsatz stagnierte von April bis Juni im Vergleich zum Vorquartal bei 48 Milliarden Euro. Im Inland gingen die Erlöse wegen der schwachen Industriekonjunktur um 1 Prozent zurück, während das Auslandsgeschäft um 0,8 Prozent zulegen konnte. Das Vorjahresniveau verfehlte der Branchenumsatz mit einem Minus von 4,3 Prozent deutlich.

Beschäftigung

Die Beschäftigtenzahl in der chemisch-pharmazeutischen Industrie ist im zweiten Quartal 2019 stabil geblieben. Die Unternehmen der Branche haben derzeit 464.800 Mitarbeiter. Das ist ein Plus von 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.


HInweis:
Den vollständigen VCI-Quartalsbericht 2/2019 finden Sie im Download-Bereich im Kopf dieser Seite. Ebenfalls dort verfügbar sind die beiden Hauptgrafiken des Quartalsberichts (Indikatoren für das 2. Quartal 2019; Entwicklung der Chemieproduktion ohne Pharma 2015 bis 2019) in druckfähiger Auflösung.


Der VCI vertritt die wirtschaftspolitischen Interessen von rund 1.700 deutschen Chemieunternehmen und deutschen Tochterunternehmen ausländischer Konzerne gegenüber Politik, Behörden, anderen Bereichen der Wirtschaft, der Wissenschaft und den Medien. Der VCI steht für mehr als 90 Prozent der deutschen Chemie. Die Branche setzte 2018 203 Milliarden Euro um und beschäftigte rund 462.500 Mitarbeiter.

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Ansprechpartner

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