„Nachgefragt"

VCI-Ausschuss Selbständiger Unternehmer wählt neuen Vorsitzenden

Dr. Henrik Follmann ist seit Juni 2017 neuer Vorsitzender des Ausschusses Selbständiger Unternehmer im VCI. Er übernimmt das Amt von Reinhold von Eben-Worlée, Worlée-Chemie in Hamburg, der den Vorsitz nach 10 Jahren abgegeben hat. Der chemie report sprach mit Herrn Follmann über seine Pläne für die mittelständische Verbandsarbeit.

Dr. Henrik Follmann, Geschäftsführender Gesellschafter der Follmann Chemie GmbH in Minden, ist die neue "Stimme" des Mittelstandes in der chemisch-pharmazeutischen Industrie in Deutschland. - Foto: © Follmann Chemie GmbH
Dr. Henrik Follmann, Geschäftsführender Gesellschafter der Follmann Chemie GmbH in Minden, ist die neue "Stimme" des Mittelstandes in der chemisch-pharmazeutischen Industrie in Deutschland. - Foto: © Follmann Chemie GmbH

chemie report: Herzlichen Glückwunsch zur Wahl. Warum engagieren Sie sich im VCI und speziell im Ausschuss Selbständiger Unternehmer?

Dr. Henrik Follmann: Verbandsarbeit ist sinnvoll und wichtig. In Gesprächen mit den Behörden und der Politik wird sehr deutlich, wie wichtig es ist, für die gemeinsamen Interessen einzustehen und mit einer Stimme zu sprechen. Dies gilt für den gesamten VCI, aber ganz besonders für den Mittelstand. Daher freue ich mich über das Engagement vieler Mittelständler im Verband und kann nur alle auffordern, sich noch intensiver einzubringen. Der VCI-Ausschuss Selbständiger Unternehmer hat vor allem zwei Funktionen: Er macht der VCI-Geschäftsführung Vorschläge, welche Mittelstandsthemen der VCI angehen sollte, und er gibt Feedback, wie Verbandsthemen im Mittelstand gesehen werden.

Können Sie Beispiele nennen?

Die steuerliche Forschungsförderung ist ein zentrales Thema für den innovativen Mittelstand, die sich in vielen europäischen Ländern bewährt hat. Die aktuelle Projektförderung in Deutschland geht an mittelständischen Unternehmen vorbei, da sie einen hohen bürokratischen Aufwand erfordert. Beim Thema Energie haben wir deutlich gemacht, dass der Chemie-Mittelstand – anders als in der Öffentlichkeit vielfach vermutet – oft die volle EEG-Umlage zahlt und durch die hohen Strompreise in Deutschland einen Wettbewerbsnachteil gegenüber Marktbegleitern aus anderen Ländern hat. Drittes Beispiel: Wir haben uns rege an der Debatte zur Neuregelung der Erbschaftssteuer beteiligt und haben öffentlichkeitswirksam eine Substanzbesteuerung für Unternehmen abgelehnt.

Welche Themen wollen Sie im Ausschuss Selbständiger Unternehmer in Zukunft angehen?

Wir Mittelständler haben in Deutschland unsere Wurzeln, betreiben hier Forschung und stellen hier unsere Produkte her. Deshalb sind wir besonders auf gute Rahmenbedingungen angewiesen. Das betrifft etwa unser Bildungssystem, die Verkehrsinfrastruktur und den Ausbau des Breitbandnetzes auch in der Provinz, wo der Mittelstand meist zu Hause ist. Natürlich geht es auch um eine leistungsfähige und industriefreundliche Verwaltung, die schnell und kompetent entscheidet. Außerdem brauchen wir ein Genehmigungsrecht, das im Ergebnis weniger industriefeindlich ist und die Chancen von Investitionen und Innovationen erkennt.

Dieses Interview ist im chemie report 06/2017 erschienen.

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Martin Stuhl

E-Mail: stuhl@vci.de