chemie-report-Serie „Chemie 4.0 im Detail“ – Teil 10

Mittelständler im digitalen Zeitalter

Beim diesjährigen VCI-Mittelstandstag in Frankfurt ging es schwerpunktmäßig um digitale Erfolgsstrategien für Unternehmen. Auch das Thema Cybersicherheit kam nicht zu kurz.

Henrik Follmann (Follmann Chemie) begrüßte als Vorsitzender des VCI-Ausschusses Selbständiger Unternehmer die Teilnehmer. - Foto: © VCI/Landwehr
Henrik Follmann (Follmann Chemie) begrüßte als Vorsitzender des VCI-Ausschusses Selbständiger Unternehmer die Teilnehmer. - Foto: © VCI/Landwehr

„Die Digitalisierung ist definitiv im Mittelstand angekommen.“ Mit diesen Worten begrüßte VCI-Hauptgeschäftsführer Utz Tillmann Ende November die rund 70 Teilnehmer des diesjährigen VCI-Mittelstandstags. „Hier geht es um die Themen, die für den Chemie-Mittelstand derzeit von Bedeutung sind“, ergänzte Henrik Follmann als Vorsitzender des Ausschusses Selbständiger Unternehmer (ASU). Im Zentrum der Veranstaltung standen vor allem die Themen Digitalisierung und Cybersicherheit. Drei mittelständische Unternehmen präsentierten, wie sie mit der Digitalisierung in der Produktion, aber auch bei der Zusammenarbeit der Mitarbeiter umgehen.

Sean Jones von der Unternehmensberatung Accenture sagte im Eröffnungsvortrag, dass Digitalisierung eigentlich nichts Neues sei. Warum wird dann darüber trotzdem so viel diskutiert? „Weil die Geschwindigkeit des technischen Fortschritts durch exponentielles Wachstum des Wissens stark zugenommen hat“, so Jones. Digitalisierung lasse sich überall einsetzen: in der Produktion, in der Logistik, im Support und im Kundenkontakt.

Bei der Digitalisierung der Produktion hat CHT Germany große Fortschritte gemacht. Technikleiter Günther Schätzle erklärte, wie der Spezialchemie-Mittelständler seit 2010 seine deutschen Werke vernetzt und im laufenden Betrieb schrittweise zu smarten Fabriken umgebaut hat. Das sei gelungen, weil jeder definierte Projektschritt sauber abgearbeitet und getestet werden konnte.

Für den Druckfarbenhersteller Siegwerk schilderte Digitalchef Christoph Barniske Handlungsfelder und Chancen der Digitalisierung. Das Unternehmen produziert Farben für die Verpackungsindustrie. Ein neues Digitalteam mit Sitz in Berlin erarbeitet mit den Kunden neue Produkte auf Basis ihrer Bedürfnisse, bevor diese in größeren Mengen hergestellt werden. Außerdem ist zum Beispiel eine digitale Online-Plattform für Kundenbestellungen in Arbeit.

Digitalisierung aus Sicht der Mitarbeiter war Thema von Florian Neymeyer, der den Bereich Personal, IT & Recht bei der Uzin Utz AG leitet. Der Anbieter für Bodensysteme hat unter anderem ein voll automatisiertes Warenlager in Betrieb und einen hohen Automatisierungsgrad in der Produktion. Nun stehen Themen wie die Entwicklung einer neuen Innovationskultur auf der Agenda. Dabei gehe es darum, den Mitarbeitern Vertrauen zu geben und Freiräume zu schenken.

Sean Jones (Accenture), Günther Schätzle (CHT Germany), Christoph Barniske (Siegwerk) und Florian Neymeyer (Uzin Utz) diskutierten Vorteile und Herausforderungen der Digitalisierung. - Foto:
Sean Jones (Accenture), Günther Schätzle (CHT Germany), Christoph Barniske (Siegwerk) und Florian Neymeyer (Uzin Utz) diskutierten Vorteile und Herausforderungen der Digitalisierung. - Foto: © VCI/Landwehr

Stefan Becker vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik sensibilisierte die Teilnehmer für das Thema Cybersicherheit. Unternehmer sollten sich dringend über Betrugs- und Einbruchsmöglichkeiten via Internet informieren. Becker lud alle ein, an der Allianz für Cybersicherheit teilzunehmen (siehe Link unten). Hier gebe es auch Ansprechpartner bei der Polizei für den Erstkontakt nach einem Cybervorfall über die „Zentrale Ansprechstelle Cybercrime“, kurz: ZAC.

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Dieser Artikel ist im chemie report 12/2018 erschienen.

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