Außenwirtschaftliche Absicherung

Kurzfristige Hermesdeckungen für EU- und OECD-Länder wieder möglich

Deutsche Exporteure können ab sofort kurzfristige Forderungen gegenüber ihren Kunden in EU- und OECD-Ländern wieder mit staatlichen Export-kreditgarantien (Hermesdeckungen) absichern.

Die Europäische Kommission hat mit einer Entscheidung vom 5. August 2009 dem Antrag des Bundeswirtschaftsministeriums entsprochen und die staatlichen Export-kreditversicherung (Hermesdeckungen) für Lieferungen zu kurzfristigen Zahlungs-bedingungen in die OECD- bzw. EU-Mitgliedsländer für einen befristeten Zeitraum bis zum 31.12.2010 zugelassen. Sie reagiert damit auf die schwierige Situation im Kreditversicherungsmarkt, die in Folge der momentanen Wirtschafts- und Finanzkrise entstanden ist.

Staatliche Exportkreditversicherungen werden nach dem Grundsatz der Subsidiarität nur in solchen Marktsegmenten und für Risiken angeboten, für die kein ausreichendes privatwirtschaftliches Angebot zur Verfügung steht. Denn es gilt weiterhin der Vorrang der privaten vor der staatlichen Exportkreditversicherung. So werden staatliche Deckungen ausdrücklich nur für solche Geschäfte übernommen, für die der Exporteur privaten Versicherungsschutz nicht im erforderlichen Umfang erhält.

Hermesdeckungen stehen für kurzfristige Geschäfte in Form von Ausfuhr-Pauschal-Gewährleistungen (APG und APG-light), Lieferantenkreditdeckungen (revolvierende und Einzeldeckungen) sowie Finanzkreditdeckungen (revolvierende und Einzel-deckungen) zur Verfügung.

Unter der APG entfällt die Anbietungspflicht. Das bedeutet, dass nicht für alle privaten Abnehmer in einem Land Limite beantragt, sondern die Kunden einzeln ausgewählt werden können. Ein Deckungsantrag für nur einen Teil des Umsatzes mit einem Kunden ist nicht möglich.

Limite werden im Rahmen der üblichen Bonitätsprüfung übernommen. Sie können in diesen Ländern jederzeit auf Antrag gestrichen werden.Die Mandatare rechnen mit einer hohen Nachfrage nach den erweiterten Deckungs-möglichkeiten. Es erfolgt in jedem Einzelfall eine Bonitätsprüfung und eine separate Deckungsentscheidung nach den üblichen Kriterien der risikomäßigen Vertretbarkeit und Förderungswürdigkeit. Im Hinblick auf die hohe Zahl der erwarteten Anträge weisen die Mandatare auf mögliche längere Bearbeitungszeiten hin und empfehlen eine frühzeitige Antragstellung.

Die Absicherung von Exportgeschäften mit Kreditlaufzeiten von bis zu zwei Jahren in EU-Mitgliedstaaten und die OECD-Kernländer ist seit 1997 allein den privaten Kredit-versicherern vorbehalten („marktfähige Risiken“). Staatliche Exportkreditgarantien stehen gemäß dem Subsidiaritätsprinzip nur für solche Märkte und Risiken zur Verfügung, für die kein ausreichendes Deckungsangebot der Privatwirtschaft vorliegt.

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