Image-Umfrage 2017

Hohe Zustimmungswerte für die Chemie

Die Menschen in Deutschland halten mit deutlicher Mehrheit viel von der chemisch-pharmazeutischen Industrie. Das ist das Ergebnis der jährlichen repräsentativen Umfrage für die Initiative „Chemie im Dialog“ (CID), das nun vorliegt. Demnach sehen rund drei Viertel der deutschen Bevölkerung die Chemie überwiegend positiv. Damit konnte die Branche ihr positives Gesamtimage 2017 auf hohem Niveau halten. Die jüngste Umfrage fand im November und Dezember 2017 statt. Befragt wurden 1.500 Personen im Alter von 18 bis 60 Jahren.

74 Prozent der Bevölkerung in Deutschland sehen die Chemie „überwiegend positiv“. Das hat die aktuelle Image-Umfrage für die Initiative „Chemie im Dialog“ ergeben. © Anton Gvozdikov/stock.adobe.com
74 Prozent der Bevölkerung in Deutschland sehen die Chemie „überwiegend positiv“. Das hat die aktuelle Image-Umfrage für die Initiative „Chemie im Dialog“ ergeben. © Anton Gvozdikov/stock.adobe.com

Seit rund drei Jahrzehnten führt die CID Meinungsumfragen zum Image der chemischen Industrie in Deutschland durch. Zu Beginn der Umfragen sah sich die Branche großer Kritik ausgesetzt. Die Vertrauenswerte waren niedrig. Seither hat sich viel getan. Die Branche hat ihre Hausaufgaben in Sachen Umweltschutz und Anlagensicherheit gemacht und den Dialog mit Politik und Gesellschaft gesucht. Mit Erfolg: Heute wird die Bedeutung der Branche für die Wirtschaftskraft und den Wohlstand wieder anerkannt.

Quellen: CID Best-Fit-Trendkurven aus den Umfragen GfK, TNS-Emnid, Trend & Motives für die deutsche „Bevölkerung
Quellen: CID Best-Fit-Trendkurven aus den Umfragen GfK, TNS-Emnid, Trend & Motives für die deutsche „Bevölkerung"

Diese langfristig positive Entwicklung zeigt sich auch wieder in den Ergebnissen der jüngsten Umfrage von 2017. 74 Prozent der Bevölkerung in Deutschland sehen die Chemie „überwiegend positiv“. Für die Erhebung werden die Teilnehmer gefragt, wie sie diese Industrie und andere Branchen beurteilen. Dabei setzt sich die Gesamtbewertung „überwiegend positiv“ aus den Antwortmöglichkeiten „sehr positiv, „positiv“ und „hat positive und negative Seiten, aber das Positive überwiegt“ zusammen.

Im Vergleich mit acht Branchen liegt die Chemie weiterhin über dem Durchschnitt an dritter Stelle:

Quelle: CID, Trend& Motives, Umfrage 11+12/2017
Quelle: CID, Trend& Motives, Umfrage 11+12/2017

Nur die Elektro- und Elektronikindustrie und die Elektrizitätswirtschaft bekommen mehr Zustimmung. Erfreulich sind auch die hohen Werte bei der Akzeptanz und dem Vertrauen (siehe Grafik) in die Chemie. Sie liegen auf oder nahe dem Bestniveau: 82 Prozent der Befragten akzeptieren die Branche. Das sind 2 Prozent mehr als 2016. Auch beim Vertrauen in die Chemie gibt es Zuwächse: 68 Prozent sagen, dass man dieser Industriesparte vertrauen kann. Hier gibt es ein Plus von 4 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr.

Verantwortungsvolles Handeln

70 Prozent (+3 Prozent) sind der Meinung, dass die Chemie verantwortlich im Sinne der Gesellschaft handelt. Insgesamt liegt die Branche bei den Akzeptanz- und Vertrauenswerten leicht und zum Teil deutlich über den Vergleichsbranchen. Beim Thema „verantwortungsvolles Handeln“ zeigt sich das am deutlichsten.

Quelle: CID, Trend & Motives, Umfrage 11+12/2017
Quelle: CID, Trend & Motives, Umfrage 11+12/2017

Wie schon seit einigen Jahren stand die Chemie auch 2017 nicht im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit. Nur rund ein Zehntel der Befragten hat bei der Umfrage angegeben, positive oder negative Nachrichten über die Branche gehört oder gelesen zu haben. Bei den Teilnehmern, die Meldungen über die Chemie wahrgenommen hatten, gab es beim Thema „Anlagensicherheit“ positive Veränderungen: Diese Befragten konnten sich an deutlich weniger Nachrichten zu Unfällen erinnern als noch 2016. Gleichzeitig stuften sie auf der Basis des Gehörten die Bedeutung der Branche höher ein als im Vorjahr.

Produktthemen werden kritischer gesehen

Hatten die Befragten etwas von der Chemie gehört, waren ihnen vor allem Meldungen über Produkte der Branche negativ aufgefallen. Zu nennen sind hier die Debatten um die Glyphosat-Zulassung und das Thema Mikroplastik (Marine Litter). Rund 40 Prozent derjenigen, die sich an etwas aus der Chemie erinnern konnten, nannten diese Themen in der Umfrage. Darunter waren insbesondere jüngere Menschen. Außer bei den Jüngeren wirkte sich die Erinnerung an diese Debatten aber insgesamt nicht negativ auf die Akzeptanz- und Vertrauenswerte aus.


Dieser Artikel ist im chemie report 03/2018 erschienen.

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