Chemisches Recycling

Vom Laborprojekt in die Praxis

Moderne Kreislaufwirtschaft funktioniert mit mechanischem Recycling und kann künftig mit neuen chemischen Recyclingtechnologien ergänzt werden. VCI und PlasticsEurope Deutschland haben ein Laborprojekt initiiert, um Grundlagen für die Verwertung heterogener Abfallströme zu legen, die nicht mehr mechanisch verwertet werden können.

Beim chemischen Recycling werden aus Kunststoffabfällen Synthesegas oder Öle hergestellt. Diese können dann wieder für die Produktion neuer Kunststoffe eingesetzt werden. - Bild: © IU Liquid and water photo/Shutterstock
Beim chemischen Recycling werden aus Kunststoffabfällen Synthesegas oder Öle hergestellt. Diese können dann wieder für die Produktion neuer Kunststoffe eingesetzt werden. - Bild: © IU Liquid and water photo/Shutterstock

Die Europäische Kommission hat in ihrer Plastics Strategy politische Forderungen mit dem Angebot zur Förderung von Forschung und Entwicklung verknüpft. Darauf hat die von der industriellen Wertschöpfungskette getragene Circular Plastics Alliance (CPA) mit dem Ziel reagiert, 10 Millionen Tonnen Plastikabfälle bis 2025 recyceln zu wollen. Jüngst hat der VCI seine Roadmap 2050 vorgestellt. Deren Kernelemente sind die Nutzung erneuerbarer Ressourcen und Kreislaufwirtschaft.

Exportschlager von morgen?

Das Recycling von vermischten Abfällen beschäftigt die Forscher in der Chemie schon seit Langem. Thema sind dabei die technischen und ökonomischen Voraussetzungen zur Nutzung „chemischer Verfahren“ zur Verwertung kunststoffreicher Abfallströme. Dies bietet Chancen für den Umweltschutz und die zukünftige Wertschöpfung in Deutschland. Erfolgreiche Technologien könnten zum Exportschlager werden.

Verbändeprojekt gestartet

VCI und PlasticsEurope Deutschland engagieren sich daher in diesem Bereich intensiv. So etwa in den vom Bundesforschungsministerium geförderten Forschungsprojekten „Plastik in der Umwelt“ und „Nachhaltige Kunststoffwertschöpfungskette: Pilotfall Kunststoffe in Bauwirtschaft und Gebäuden“. Jüngst haben die Verbände ein Projekt gestartet, um chemische Recyclingtechnologien für reale Abfallströme aus der Praxis zu untersuchen. Dabei soll geklärt werden, welche Verwertungsverfahren für die technologisch umsetzbare Erzeugung von Chemierohstoffen aus realen Kunststoffabfallströmen geeignet sind und wie diese ausgelegt werden sollten. Es werden damit die Design-Grundlagen zur Optimierung der chemischen Recyclingoptionen „Vergasung“ und „Pyrolyse“ gelegt. Sie können in Zukunft die bestehenden Recyclingverfahren ergänzen.

Hierzu laufen unter Beteiligung von elf Unternehmen und drei Verbänden Vorversuche beim Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Damit sollen die Grundlagen für existierende und geplante Projekte für chemische Recyclingverfahren gelegt werden. Die vielversprechenden Aktivitäten sollen im Rahmen eines langfristig ausgerichteten Kooperationsprojektes mit öffentlicher Förderung fortgesetzt werden.

Dieser Artikel stammt aus dem chemie report 1+2/2020.

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Dr. Martin Reuter

E-Mail: reuter@vci.de