VCI-Workshopreihe „Zirkuläre Wirtschaft"

Zirkuläre Wirtschaft ist mehr als Recycling

In der öffentlichen Diskussion über Recycling geht es vor allem um Kunststoffverpackungen. Eine zirkuläre Wirtschaft betrifft aber nicht nur die Polymer- und Basischemie. Sie hat für alle Chemiesparten hohe Bedeutung. Mitte Februar haben sich Experten im Rahmen der VCI-Workshopreihe „Zirkuläre Wirtschaft“ über das Thema ausgetauscht.

Betreiber von Kläranlagen beschäftigen sich zunehmend mit Mikroplastik im Abwasser. Chemieunternehmen wollen Abhilfe schaffen. - Foto: © zatevakhin/stock.adobe.com
Betreiber von Kläranlagen beschäftigen sich zunehmend mit Mikroplastik im Abwasser. Chemieunternehmen wollen Abhilfe schaffen. - Foto: © zatevakhin/stock.adobe.com

Die Chemieindustrie steht vor großen Aufgaben. Die Forderungen aus Brüssel nach mehr Material-, Energie- und ­Ressourceneffizienz sowie einer stärkeren Kreislaufführung von Stoffen verändern das regulatorische Umfeld. Auch die Anforderungen von industriellen Kunden, Investoren und Konsumenten ändern sich rasant. Die zirkuläre Wirtschaft bietet den Herstellern von Chemikalien, die nicht im Kreis geführt werden können, Chancen und Risiken. Zu diesem Bereich zählen etwa Waschmittel, Agrochemikalien, Klebstoffe, Lacke oder Farben.

Die Konsumenten verlangen auch nachhaltige Lösungen von der Wirtschaft. Gemeinsam mit den Kundenindustrien arbeiten die Chemieunternehmen daher an nachhaltigen Lösungen für mehr Recycling und Ressourceneffizienz. Dazu gehört zum Beispiel die Entwicklung eines Klebstoffes, der das Recycling ermöglicht, der Verzicht auf Schadstoffe oder bestimmte Farben. Neben der Weiterentwicklung von Produkteigenschaften können auch Dienstleistungen wie das Chemikalienleasing ein Lösungsansatz sein.

INFOGRAFIK: Zirkuläre Wirtschaft in der Praxis

Möglichkeit für eine Verpackungsstrategie

Verpackungen in einer zirkulären Wirtschaft - Möglichkeit für eine Verpackungsstrategie (Klick auf die Grafik vergrößert sie!) - Grafik:
Verpackungen in einer zirkulären Wirtschaft - Möglichkeit für eine Verpackungsstrategie (Klick auf die Grafik vergrößert sie!) - Grafik:

Umweltbelastung minimieren

Trotz aller Fortschritte können Chemikalien im Laufe ihres Lebensweges in die Umwelt gelangen. Der Anspruch der Branche ist es, die Einträge in Zukunft immer weiter zu minimieren. Eine umfassende Reinigung von industriellen Abwässern kann Abhilfe schaffen. Lagertanks, Mischsysteme und Transportleitungen müssen gespült werden. Beim Transport von Rohstoffen und Produkten werden Tanklastzüge eingesetzt, die nach erfolgtem Transport ebenfalls restentleert und ausgewaschen werden müssen. Auch in der Produktion oder im Labor werden Misch- und Rührreaktoren eingesetzt und deren Leitungssysteme gesäubert. Bei ihren Kunden kann die Chemie helfen, das entstandene Abwasser zu reinigen, bevor es den kommunalen Kläranlagen überantwortet wird.

Betreiber von Kläranlagen beschäftigen sich zunehmend mit Mikroplastik im Abwasser. Es gibt zahlreiche Quellen für die kleinen Partikel, zum Beispiel Reifenabrieb, Freisetzung bei der Abfallentsorgung, Pelletverluste, Verwehungen auf Sport und Spielplätzen sowie Abrieb von Schuhsohlen und Fasern bei der Textilwäsche. Um Abhilfe zu schaffen, arbeiten die Chemieunternehmen einerseits mit Hochdruck an abrieb- und verwitterungsarmen Kunststoffen sowie andererseits an biologisch abbaubaren und recycelbaren Materialien.

HInweis:
Die Programmübersicht zur Veranstaltung sowie neun Präsentations-Dateien zu den gehaltenen Vorträgen finden Sie im Download-Bereich im Kopf dieser Seite, ebenso alle Materialien im Set als zip-Datei.


Dieser Artikel ist im chemie report 04/2019 erschienen.

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Dipl.-Volksw. Christiane Kellermann

E-Mail: kellermann@vci.de

Carolina Hupfer

E-Mail: carolina.hupfer@vci.de