chemie-report-Serie „Chemie 4.0 im Detail“ - Teil 6

Die digitale Transformation managen

Seien es digitale Lösungen in Forschung, Produktion und Vertrieb oder agile Teams und Führung: Die digitale Transformation bietet der chemisch-pharmazeutischen Industrie viele Möglichkeiten zur Gestaltung einer erfolgreichen Zukunft. Sie stellt Unternehmen aber auch vor die Herausforderung, sich zu verändern, um weiterhin erfolgreich zu bleiben.

Evonik erprobt neue Methoden und Technologien im Arbeitsalltag. - Foto: © nd3000/stock.adobe.com
Evonik erprobt neue Methoden und Technologien im Arbeitsalltag. - Foto: © nd3000/stock.adobe.com

Mitarbeiter und Führungskräfte gestalten die digitale Transformation in Richtung Zukunft: Ohne den Menschen können auch die besten neuen Möglichkeiten der Digitalisierung keinen Erfolg bringen. Im Sommer 2017 formte sich daher bei Evonik Industries das Team #HumanWork. Die Gruppe mit Experten aus dem HR-Bereich erarbeitet neue Ideen und Impulse, die sich um den Menschen und dessen Rolle in der digitalen Arbeitswelt drehen, seine neuen Möglichkeiten, Herausforderungen und Bedürfnisse. Konkret geht es zum Beispiel darum, wie digitale Technologien beim Nutzer ankommen. Was gefällt ihm, was macht seinen Arbeitsalltag besser, bringt Vorteile, neues Wissen und Erfolg? Von guten Antworten auf solche Fragestellungen profitieren Mensch und Unternehmen gleichermaßen. Inzwischen ist das Team bei einer Unternehmenstochter für Digitalisierung verankert, die sich auf unterschiedliche Aspekte und Aufgaben konzentriert, die mit der fortschreitenden globalen Digitalisierung verbunden sind. Aus dem strategischen Projekt #HumanWork ist inzwischen eine bereichsübergreifende Philosophie geworden: der Blick auf den Menschen in der digitalen Transformation.

Zukunft entsteht mit Menschen

Der mitarbeiterzentrierte Einsatz von Digitalisierung zielt nicht nur darauf ab, die Leistungsfähigkeit des Einzelnen zu steigern, sondern auch darauf, das Arbeiten angenehmer und menschlicher zu gestalten. Das Digitalteam setzt sich deshalb stetig mit neuen Methoden und Technologien auseinander und erprobt sie mit Kollegen im Arbeitsalltag. Das Spektrum reicht vom Umgang mit vernetzten Arbeitsmitteln bis hin zu agilen Sprintprojekten, bei denen Arbeitsgruppen mit Entscheidungskompetenz strukturiert und in kurzer Zeit Lösungsansätze für eine Aufgabe entwickeln. Dabei kann es zum Beispiel um den Prototypen für eine kundenfreundliche Applikation gehen. Bei diesem Vorgehen holt sich das Team immer wieder Rückmeldungen von potenziellen Nutzern. Das ermöglicht es, gute Ideen und Verbesserungen schon in das noch laufende Projekt einfließen zu lassen. Außerdem beraten sich die Digitalexperten von Evonik gemeinsam mit ihren Kollegen aus der Personal- und Organisationsentwicklung bei Fragen zum Veränderungsmanagement und zur Mitarbeiterführung in einer agilen Organisation. Austausch und Freiwilligkeit sind dabei Schlüsselbegriffe. Es geht also vor allem um Information und Beratung, um Ausprobieren und Evaluieren. Denn Kulturveränderung in der Digitalisierung ist kein formales Projekt mit Blick auf ein von Anfang an fest definiertes Ziel. Die Veränderung ergibt sich aus der Menge an Erlebnissen rund um das Thema Vernetzen und Zusammenarbeiten beim Lösen von Aufgaben. Diesen Weg der kontinuierlichen Veränderung sollen möglichst alle Mitarbeiter mitgehen. Gemeinsame Wertvorstellungen helfen dabei: Mit den Vertretern der Mitbestimmung entwickelt das Unternehmen ein „Leitbild zur Digitalisierung“ und arbeitet gemeinsam kontinuierlich an der eigenen „Digitalisierungslandkarte.“


Gastbeitrag von Dr. Andreas Seelmann, Head of Corporate Human Resources, Evonik Industries AG


Dieser Artikel ist im chemie report 09/2018 erschienen.

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E-Mail: meincke@vci.de