Bioökonomie

Argumente und Positionen

Die Bioökonomie ist eine Wirtschaftsform, die auf der nachhaltigen Nutzung von biologischen Ressourcen basiert. Sie ist eine wichtige Antwort auf die weltweit steigende Nachfrage nach Nahrungsmitteln und nachwachsenden Rohstoffen für die stoffliche und energetische Nutzung sowie die medizinische Versorgung. Bioökonomie bedeutet nichts anderes, als dass die chemische Industrie die für die Produktion benötigten Kohlenstoffverbindungen nicht nur aus Erdöl, sondern vermehrt aus Biomasse gewinnt. Industrielle Biotechnologie ist dabei die technische Basis. Mit ihrer Hilfe wird Biomasse effektiv und effizient zu biobasierten Produkten verarbeitet. Die Bioökonomie hat für die chemisch-pharmazeutische und biotechnische Industrie strategische Bedeutung in einer nachhaltigen Wachstumsstrategie.

Bioökonomie – eine große Chance für Deutschland
Die Deutsche Industrievereinigung Biotechnologie (DIB) im VCI begrüßt, dass die Bundesregierung die Bioökonomie weiter ausbaut. Biotechnologie ist die Grundlage der Bioökonomie und darf deshalb nicht bei der Forschung stehen bleiben. Für forschungsintensive, biotechnische Produkte und Verfahren ist es wichtig, dass sie nicht nur in Deutschland entwickelt, sondern hier auch produziert und angewendet werden. Dafür müssen Innovationshemmnisse für die Biotechnologie entlang der bestehenden Wertschöpfungsketten beseitigt werden.

Langfristige und ganzheitliche Forschungs- und Industriepolitik erforderlich
Bioökonomie kann nur dann gelingen, wenn die Wertschöpfungsketten von der nachhaltigen Erzeugung von Biomasse bis zur Verarbeitung in Produkte zusammen funktionieren. Man kann eine Wirtschaft nicht von heute auf morgen auf eine biobasierte Wirtschaft umstellen.

Die Bioökonomie wird in vielen Fällen von der chemischen Industrie vorangetrieben, die ihrerseits gleichzeitig Treiber der industriellen Biotechnologie ist. Die Chemie in Deutschland verfolgt aber keine „Weg-vom-Öl-Strategie“ um jeden Preis. Stattdessen arbeiten die Unternehmen der Branche daran, biobasierte Prozesse schrittweise in ihre Produktion zu integrieren. VCI und DIB setzen sich daher für verlässliche, innovationsfreundliche und wachstumsfördernde gesetzliche Rahmenbedingungen für die Biotechnologie ein. Damit sollen Forschung, Investitionsbereitschaft, Innovationsfähigkeit und Produktion in Deutschland erhalten und ausgebaut werden. Das gilt insbesondere für eine verlässliche und international wettbewerbsfähige Versorgung der industriellen Biotechnologie mit nachwachsenden Rohstoffen zu Weltmarktpreisen in einer ausreichenden Menge und Qualität.

Pflanzenbiotechnologie für nachhaltige Erzeugung von Biomasse
Damit die Bioökonomie in Deutschland nachhaltig gestaltet werden sowie im internationalen Wettbewerb Fuß fassen und bestehen kann, muss sie in ihrer gesamten Bandbreite angewendet werden können. Biotechnologie schafft nicht nur neue Produkte und Märkte, sondern sichert auch forschungsintensiven und exportorientierten Branchen wie Chemie und Pharma im internationalen Vergleich ihre führende Rolle.

DAFÜR SETZT SICH DER VCI EIN

  • Eine international wettbewerbsfähige Bioökonomie schaffen
    In Deutschland bestehende Innovations- und Anwendungshemmnisse für die Biotechnologie müssen beseitigt werden, um international wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen für die Bioökonomie zu schaffen. Dazu zählen eine verlässliche Rohstoffversorgung der industriellen Biotechnologie, zügige europäische Genehmigungsverfahren für biotechnologische Produkte auf naturwissenschaftlicher Basis und ein erheblich beschleunigter Marktzugang.
  • Naturwissenschaftlicher Maßstab für Risikobewertung und -management
    Bei der Risikobewertung und beim Risikomanagement im Rahmen der Zulassung von gentechnisch veränderten Organismen in Deutschland und der EU sollten ausschließlich naturwissenschaftliche Maßstäbe angelegt werden. Wird ein Produkt von den zuständigen Behörden als sicher für Mensch und Umwelt bewertet, muss es umgehend EU-weit zugelassen und ohne Einschränkungen in den EU-Mitgliedstaaten genutzt werden können.

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Dr. Ricardo Gent

E-Mail: gent@vci.de

Dr. Marie-Luise Roth

E-Mail: mlroth@vci.de