Bioökonomie

Argumente und Positionen

Die Bioökonomie ist eine Wirtschaftsform, die auf der nachhaltigen Nutzung von biologischen Ressourcen basiert. Sie ist eine wichtige Antwort auf die weltweit steigende Nachfrage nach Nahrungsmitteln und nachwachsenden Rohstoffen für die stoffliche und energetische Nutzung sowie die medizinische Versorgung. Bioökonomie bedeutet nichts anderes, als dass die chemische Industrie die für die Produktion benötigten Kohlenstoffverbindungen nicht nur aus Erdöl, sondern vermehrt aus Biomasse gewinnt. Industrielle Biotechnologie ist dabei die technische Basis. Mit ihrer Hilfe wird Biomasse effektiv und effizient zu biobasierten Produkten verarbeitet. Die Bioökonomie hat für die chemisch-pharmazeutische und biotechnische Industrie strategische Bedeutung in einer nachhaltigen Wachstumsstrategie.

Große Chance für Deutschland
Die Bundesregierung sollte das große Innovationspotenzial der Bioökonomie fördern, um mehr qualitatives Wachstum und Beschäftigung in Deutschland zu schaffen, denn Deutschland gehört mittlerweile zur internationalen Führungsspitze in der Bioökonomie. Gerade die Infrastruktur der chemisch-pharmazeutischen Industrie mit ihrer Verbundstruktur an den verschiedenen Standorten bietet eine sehr gute Grundlage dafür, nachwachsende Rohstoffe nach und nach in Industrieprozesse zu intergrieren.

Für forschungsintensive biotechnische Produkte und Verfahren ist es in diesem Zusammenhang wichtig, dass sie nicht nur in Deutschland entwickelt, sondern hier auch produziert und angewendet werden. Dafür müssen Innovationshemmnisse für die Biotechnologie entlang bestehender Wertschöpfungsketten beseitigt werden.

Politik mit Weitblick nötig
Heute werden rund 60 Prozent der in Deutschland stofflich eingesetzten nachwachsenden Rohstoffe importiert. Zusätzliche Anbauflächen für industriell genutzte Biomasse sind nur sehr begrenzt vorhanden. Im weltweiten Vergleich finden sich Möglichkeiten zur Erzeugung nachwachsender Rohstoffe vor allem in anderen Ländern.

Daher wird Deutschland auch in Zukunft importierte Biomasse benötigen. Umso wichtiger ist der Abbau von Handelshemmnissen im Rahmen der Agrarpolitik für nachwachsende Rohstoffe, um die Versorgung der Bioökonomie in den benötigten Mengen und Qualitäten zu wettbewerbsfähigen Weltmarktpreisen sicherzustellen. Die chemische, pharmazeutische und biotechnische Industrie in Deutschland verfolgt daher auch keine „Weg-vom-Öl-Strategie“ um jeden Preis. Stattdessen arbeiten die Unternehmen daran, biobasierte Prozesse schrittweise in ihre Produktion zu integrieren.

DAFÜR SETZT SICH DER VCI EIN

  • Eine international wettbewerbsfähige Bioökonomie schaffen
    In Deutschland und der EU bestehende Innovations- und Anwendungshemmnisse für die Biotechnologie müssen beseitigt werden, um international wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen für die Bioökonomie zu schaffen. Dazu zählen eine verlässliche Rohstoffversorgung der industriellen Biotechnologie, zügige europäische Genehmigungsverfahren für biotechnologische Produkte auf naturwissenschaftlicher Basis und ein erheblich beschleunigter Marktzugang.
  • Internationale Verbünde für nachwachsende Rohstoffe schaffen
    Um die Bioökonomie voranzubringen, müssen internationale Rohstoffverbünde entstehen. Nationale Bioökonomie-Strategien sollten sich vorangig auf die Gründung solcher Kooperationen konzentrieren.

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Dr. Ricardo Gent

E-Mail: gent@vci.de