Position der DIB

Zur Einführung einer steuerlichen Förderung von Forschung und Entwicklung in Deutschland

Die Staaten, die konsequent in die Innovationskraft ihrer Volkswirtschaft investieren, sichern Arbeitsplätze und Wertschöpfung und meistern wirtschaftlich schwierige Zeiten leichter.

Botschaften und Forderungen

Deutsches Innovationssystem braucht steuerliche Forschungsförderung

Die Einführung einer steuerlichen Förderung von Forschung und Entwicklung (FuE) in Deutschland ist überfällig. Das ist unumstritten und im Koalitionsvertrag für diese Legislaturperiode auch vereinbart. In den meisten OECDOrganisation for Economic Cooperation and Development

Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung-Staaten werden FuE in der Wirtschaft durch steuerliche Anreize intensiv gefördert. Jene Länder, die am meisten in ihre Innovationsfähigkeit investieren, gehören auch wirtschaftlich zu den erfolgreichsten Nationen. Ordnungspolitisch ist eine steuerliche Förderung von FuE sinnvoll, weil sie den Firmen die Wahl der Forschungsthemen überlässt, leicht und unbürokratisch zu handhaben ist und einzelne Branchen oder Unternehmen weder bevorzugt noch benachteiligt.

Steuerliche Forschungsförderung unterstützt Konsolidierung des Staatshaushaltes

Eine steuerliche Begünstigung von Forschungsaktivitäten wird zu höheren Forschungsaufwendungen der Unternehmen und gleichzeitig zu gesamtwirtschaftlichen Wohlfahrtsgewinnen führen. Das zeigt ein aktuelles Gutachten von Prof. Wiegard, Regensburg, und Prof. Spengel, Universität Mannheim, im Auftrag von VCI und BDIBundesverband der Deutschen Industrie e.V.

. Demnach würde jeder so eingesetzte Euro des Staates zusätzliche FuE-Aufwendungen der Unternehmen von 1,25 Euro induzieren. Die deutsche Volkswirtschaft würde gleichzeitig mit rund 750 Millionen Euro pro Jahr durch Steuermehreinnahmen und Nutzung des technischen Fortschritts profitieren. Ein "Return on Investment" für den Staatshaushalt wäre dadurch in wenigen Jahren gegeben.

Staatliche FuE-Förderung der Wirtschaft in Deutschland zu niedrig

Die Europäische Union hält am Ziel fest, den Anteil der FuE-Ausgaben am Bruttoinlandsprodukt (BIP) auf 3 Prozent zu steigern (davon zwei Drittel Wirtschaft, ein Drittel Staat). In Deutschland beträgt der FuE-Anteil am BIP aber nur 2,8 Prozent (2010). Eine steuerliche FuE-Förderung würde nach den Ergebnissen des o.g. Gutachtens dazu beitragen, das 3-Prozent-Ziel zu erreichen. In Deutschland ist zwar die Förderung wissenschaftlicher Einrichtungen in den letzten Jahren gestiegen, der Anteil der FuE-Förderung für die Firmen war aber bis auf das Krisenjahr 2009 rückläufig. Dieser Anteil muss wieder steigen; damit würden auch die FuE-Aufwendungen der Wirtschaft wachsen.

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Dr. Ricardo Gent

E-Mail: gent@vci.de