Gesundheitswirtschaft

Weltgesundheitsorganisation

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Die Weltgesundheitsorganisation („World Health Organization“, WHO) mit ihren 194 Mitgliedsstaaten wurde 1948 mit dem Ziel gegründet, für alle Völker das höchstmögliche Gesundheitsniveau zu erreichen. Sie ist maßgeblich für globale Gesundheitsfragen sowie die Gestaltung der Forschungsagenda für Gesundheit, im Aufstellen von Normen und Standards und in der Formulierung evidenzbasierter Grundsatzoptionen.

Gesundheitspolitik ist heute weniger deutlich von anderen Bereichen zu trennen und sie erreicht inzwischen auch die Sektoren, die Auswirkungen auf gesundheitliche Chancen und Ergebnisse haben können. Dazu zählt auch die Biotechnologie, die als Querschnittstechnologie zur Entwicklung innovativer Lösungen im Gesundheitsbereich und damit zur globalen Gesundheit beiträgt. Umso wichtiger ist es, dass die WHO auch weiterhin mit privatwirtschaftlichen Stakeholdern aus dem Bereich der Biotechnologie zusammenarbeitet. Nur durch die Zusammenarbeit der Politik mit dem Privatsektor können nachhaltige Lösungen für globale Herausforderungen im Gesundheitsbereich gefunden werden.

Die WHO hat im Mai 2016 eine Neuregelung ihres Rahmenwerks zum Umgang mit nicht-staatlichen Akteuren verabschiedet. Dabei zielten einige Staaten auf eine deutliche Einschränkung des Zugangs, vor allem privatwirtschaftlicher Stakeholder, zu Informationen und zur Arbeit der WHO ab. Die DIB und zahlreiche weitere nationale sowie internationale Verbände aus den Bereichen Wirtschaft und Handel, hatten während des Verhandlungsprozesses immer wieder ihre Bedenken gegenüber dem Rahmenwerk geäußert. Dabei ist das generelle Vorhaben der WHO, bei der Zusammenarbeit mit nicht-staatlichen Akteuren (NGOs, Privatsektor, philanthropische gemeinnützige Institutionen, Wissenschaft) mehr Transparenz herzustellen, mögliche Konfliktfelder zu analysieren und Regeln für den Umgang mit diesen Akteuren festzulegen, zu begrüßen. Dies darf jedoch nicht zu einer wie auch immer gearteten Ausgrenzung der Wirtschaft aus den Diskussionsprozessen der WHO führen. Die fachliche Expertise zu Produkten und deren Herstellung ist ein wesentlicher Faktor auch bei gesundheitlichen Fragen und kann nicht per se ausgeblendet werden.

Bereits jetzt besteht bei der WHO eine sogenannte Negativ-Liste. Mit Akteuren, die dort verzeichnet sind, tritt die WHO überhaupt nicht in Kontakt. Dies betrifft vor allem die Tabak- und Rüstungsindustrie. Es besteht die Gefahr, dass dies als Vorbild genommen wird um zukünftig weitere Sektoren vom Kontakt mit der WHO auszuschließen. Unter anderem durch die aktive Mitarbeit Deutschlands im Verhandlungsprozess konnte dies bei der Verabschiedung des neuen Rahmenwerks verhindert werden.

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