Bioökonomie

Bioökonomie international

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Bioökonomie endet nicht an der Landesgrenze, sondern muss international gedacht werden. Länderübergreifende Zusammenarbeit bietet für den Bioökonomie-Standort Deutschland die Chance neue biobasierte Produkte, Verfahren, Dienstleistungen zu erschließen und das Know-how zu erweitern.



Deutschland zeichnet sich durch sein technisches Know-how und der Infrastruktur der Chemie- und Pharmaindustrie aus. Jedoch ist die deutsche Bioökonomie von Rohstoffimporten abhängig, da zusätzliche Anbauflächen für Biomasse kaum vorhanden sind.

Das Ziel muss daher eine internationale Ausrichtung der Bioökonomie sein, die nationale Besonderheiten berücksichtigt: Es gibt beispielsweise Länder wie Brasilien oder Malaysia, die reich an nachwachsenden Rohstoffen sind, aber kaum verarbeitende Industrie besitzen. Andere Länder wie die USA, Kanada oder Russland verfügen über reichlich Rohstoffe und eine hoch entwickelte Industrie im Bereich Kraftstoffe und Chemie. Industrienationen wie Deutschland, die gut in der Forschung sind und sich durch eine starke chemische, pharmazeutische und biotechnische Industrie mit vielfältiger Produktion und Produkten auszeichnen, sind auf den Import von nachwachsenden Rohstoffen angewiesen.

Auf die nationalen Bioökonomie-Strategien übersetzt bedeutet das: Um die Bioökonomie voranzubringen, sollten die beteiligten Staaten frühzeitig eine Zusammenarbeit planen, bei der jeder seine spezifischen Stärken einbringen kann.

Zudem sollten auf europäischer Ebene international wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen für die Bioökonomie geschaffen werden. Dazu zählt: die Beseitigung von bestehenden Innovationshemmnisse für die Biotechnologie entlang der Wertschöpfungsketten, eine verlässliche Regelung der Rohstoffversorgung für die industrielle Biotechnologie, zügige europäische Genehmigungsverfahren für biotechnologische Produkte auf naturwissenschaftlicher Basis und ein erheblich beschleunigter Marktzugang. Darüber hinaus sollte bei der Risikobewertung und beim Risikomanagement zur Zulassung von gentechnisch veränderten Organismen auf europäischer und nationaler Ebene ausschließlich naturwissenschaftliche Maßstäbe angelegt werden.

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Dr. Ricardo Gent

E-Mail: gent@dib.org