7 Fragen an Dr. Matthias Braun

... Vorsitzender der Deutschen Industrievereinigung Biotechnologie (DIB)

In dem Interview mit P&A vom 17. Juli 2013 stellt Herr Dr. Braun die zentralen Forderungen der DIB vor: Im Fokus stehen eine steuerliche Forschungsförderung, ein besseres Umfeld für Innovationen und die Bioökonomie. Fragen: Marius Schaub, P&A

Dr. Matthias Braun © Sanofi-Aventis Deutschland GmbH. Die Nutzung des Bildes ist für redaktionelle Zwecke frei. Verwendung nur mit Quellenvermerk
Dr. Matthias Braun © Sanofi-Aventis Deutschland GmbH. Die Nutzung des Bildes ist für redaktionelle Zwecke frei. Verwendung nur mit Quellenvermerk "Sanofi-Aventis Deutschland GmbH". Eine kommerzielle Weitergabe an Dritte ist unzulässig.

1. Herr Dr. Braun, letztes Jahr hat die BASF ihre Biotech-Forschung in Europa beendet. Bayer hat das schon vor Jahren getan – und nun verabschiedet sich auch Monsanto. Sehen Sie noch eine Zukunft für die forschende Biotechnologie in Europa?

Die Unternehmen tragen mit ihren Entscheidungen dem schwierigen Marktumfeld in Deutschland und Europa Rechnung. Sie verabschieden sich aber nicht grundsätzlich aus der Biotechnologie. Sie sagen: Offensichtlich ist Europa nicht bereit, die grüne Gentechnik anzunehmen. Das ist die klassische Reaktion satter Länder. Europa ist geprägt durch jahrzehntelange Agrarüberschüsse. Der Rest der Welt dagegen ist geprägt durch einen Bedarf an mehr oder besseren Lebensmitteln. Durch das Klima und die schlechten Transportwege in Indien geht zum Beispiel ein Drittel der Ernte auf dem Weg zum Kunden verloren. Dort sind die Fragestellungen der Menschen ganz andere.

Was die Verbraucherseite angeht: Über 80 Prozent der Baumwolle für Jeans kommt heute von genetisch veränderten Pflanzen. Ich bin mir relativ sicher, dass kaum ein Jeans-Träger diese Zahl kennt. Und würde er sie kennen, würde das seine Haltung auch kaum ändern. Ich bin mir sogar recht sicher, dass man keine Jeans mit dem Argument „nicht aus gentechnisch veränderter Baumwolle hergestellt“ vermarkten könnte. Das geht knallhart nach dem Preis. Das Konsumentenverhalten ist eben eine eigene Geschichte.

Die Position der DIB zu Pflanzenbiotechnologie ist: Wir haben keine Probleme mit der Risikobewertung zur Zulassung gentechnisch veränderter Pflanzen in der EU. Man kann das alles machen, wie im europäischen Richtlinienwerk vorgeschrieben. Unsere Forderung lautet aber: Wird ein Produkt von den zuständigen Behörden als sicher bewertet, muss es umgehend EU-weit zugelassen und ohne Einschränkungen in den EU-Mitgliedstaaten genutzt werden können. Der Biotech-Industrie, die auf Zulassungs- und Rechtssicherheit angewiesen ist, wäre also schon viel geholfen, wenn Deutschland und die EU sich einfach an ihre eigenen Regularien hielten.

Das vollständige Interview finden Sie oben im Downloadbereich.

Quelle:
„7 Fragen an Dr. Matthias Braun... Vorsitzender der Deutschen Industrievereinigung Biotechnologie (DIB)“ ist erschienen in: P&A, Ausgabe 7+8.2013, S. 12-14 ( www.PuA24.net/PDF/PA713308 ).

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