Körperpflege

Mittlerweile hilft uns die Biotechnologie auch bei der Körperpflege: Sie ermöglicht die schonende Herstellung wirksamer Kosmetika für Haut und Haare.

Pflanzliches Eiweiß für Haut und Haar

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Auch in der Kosmetik hilft die Biotechnologie. Hier kommen zum Beispiel Inhaltsstoffe aus Getreide zum Einsatz: Ein Eiweißprodukt aus Weizen, Weizen-Mikroprotein genannt, hat sich als wirksames und natürliches Mittel zur Haut- und Haarpflege auf dem Markt etabliert. Es besitzt die Fähigkeit, tief ins Haar einzudringen und es so von innen zu reparieren und zu stärken. Der Eiweißstoff wirkt außerdem hautberuhigend. Deshalb wird er bevorzugt in Pflegeprodukten für sensible (Kopf-)Haut oder in After-Sun-Produkten eingesetzt, die unsere Haut nach intensivem Sonnenbaden nachhaltig mit Feuchtigkeit versorgen und regenerieren. Während die chemische Herstellung ähnlicher Produkte bei erhöhter Temperatur und erhöhtem Säuregehalt stattfindet, wird das Weizen-Mikroprotein durch Spaltung größerer Eiweißstoffe mit Enzymen unter äußerst schonenden Bedingungen gewonnen: das empfindliche Eiweißprodukt entsteht bei milden Temperaturen und wird nicht mehr verändert als notwendig. Somit konnte hier eine sehr energiesparende Methode entwickelt werden, um natürliche Pflegesubstanzen zu produzieren.​

Hautidentische "Schutzschilde"

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Unsere Haut besitzt zahlreiche Schutzmechanismen, um sich gegen schädliche Umwelteinflüsse abzuschirmen. Zu diesen Schutzschilden zählen beispielsweise bestimmte Fettstoffe in der äußeren Hautschicht, die Ceramide. Sie haben sich bereits als „Jungbrunnen“ einen Namen gemacht, weil sie ein Austrocknen der Haut verhindern und den Prozess der Hautalterung verlangsamen. Hautidentische Ceramide können erst seit einigen Jahren auf biotechnologischem Weg hergestellt werden. Eine durch Züchtung optimierte Hefeart stellt heute einen Ceramid-Baustein her, der in derselben Form in unserer Haut vorkommt. Die daraus gebildeten Ceramide lassen sich in Emulsionen einarbeiten, so dass die Haut sie aus dem Kosmetikprodukt auch aufnehmen und ihre natürliche Schutzschicht mit fehlenden Fetten "auftanken" kann.

Für Fragen und Anregungen nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Ansprechpartner

Dr. Ricardo Gent

E-Mail: gent@dib.org

Stanislaus Koch

E-Mail: s.koch@dib.org