Daten und Fakten

Der Brexit und die deutsche Chemie- und Pharmaindustrie

Das Vereinigte Königreich ist ein wichtiger Handelspartner und einer der größten Märkte in der EU für die deutsche chemisch-pharmazeutische Industrie. Auch als Produktions- und Vertriebsstandort spielt UK für deutsche Chemieunternehmen eine wichtige Rolle – wenngleich die Bedeutung in 2015 nachgelassen hat. Die Betroffenheit deutscher Chemieunternehmen durch den Brexit hängt damit insbesondere von der Ausgestaltung der zukünftigen Handelsbeziehungen ab. Diese Hintergrundinformation liefert die wichtigsten Fakten auf einen Blick.

Der Brexit: Daten und Fakten zur Betroffenheit der deutschen Chemie- und Pharmaindustrie auf einen Blick - Foto: © Stockninja - Fotolia.com
Der Brexit: Daten und Fakten zur Betroffenheit der deutschen Chemie- und Pharmaindustrie auf einen Blick - Foto: © Stockninja - Fotolia.com

UK ist ein wichtiger Handelspartner für die deutsche Chemie- und Pharmaindustrie. Im Jahr 2016 verkaufte die Branche Produkte im Wert von 12 Milliarden Euro dorthin. Das entspricht einem Anteil von 6,7 Prozent an den deutschen Chemieexporten. Den größten Anteil machten Spezialchemikalien und Pharmazeutika aus.

Außenhandel der deutschen Chemie- und Pharmaindustrie mit UK 2016 nach Sparten - Klick auf's Bild vergrößert es! - Grafik:
Außenhandel der deutschen Chemie- und Pharmaindustrie mit UK 2016 nach Sparten - Klick auf's Bild vergrößert es! - Grafik: © VCI

Gleichzeitig importierten deutsche Chemieunternehmen Erzeugnisse für 6,4 Milliarden Euro von der Insel. Das entspricht einem Anteil von 5,2 Prozent an den deutschen Chemieimporten. Dazu gehörten vor allem Pharmazeutika, Spezialchemikalien und Petrochemikalien.

Der deutsch-britische Außenhandelssaldo mit Chemieprodukten ist stark positiv. In den vergangenen fünf Jahren sind die Exporte nach UK stark gestiegen, die Importe gingen dagegen zurück.

Außenhandel der deutschen Chemie- und Pharmaindustrie mit UK: Exporte, Importe und Außenhandels-Saldo; 2000 bis 2016 - Klick auf's Bild vergrößert es! - Grafik:
Außenhandel der deutschen Chemie- und Pharmaindustrie mit UK: Exporte, Importe und Außenhandels-Saldo; 2000 bis 2016 - Klick auf's Bild vergrößert es! - Grafik: © VCI

Das gesamte Handelsvolumen (Ex- und Importe) belief sich auf 18,4 Milliarden Euro. Damit ist UK der sechstgrößte Handelspartner der deutschen Chemie- und Pharmaindustrie.

Esporte und Importe der deutschen Chemie- und Pharmaindustrie 2016 nach Ländern - Klick auf's Bild vergrößert es! - Grafik:
Esporte und Importe der deutschen Chemie- und Pharmaindustrie 2016 nach Ländern - Klick auf's Bild vergrößert es! - Grafik: © VCI

Auch als Produktions- und Vertriebsstandort spielt das Vereinigte Königreich für deutsche Chemieunternehmen eine Rolle – wenngleich die Bedeutung in 2015 nachgelassen hat. UK landete nur noch auf Platz 10 der wichtigsten Auslandsstandorte. Der Bestand an Direktinvestitionen der deutschen Chemie auf der Insel belief sich auf rund 1 Milliarde Euro. 2015 gab es 40 Tochtergesellschaften deutscher Unternehmen in der britischen Chemie. Sie beschäftigten dort rund 8.000 Mitarbeiter und erwirtschafteten einen Umsatz von 3,9 Milliarden Euro.

Direktinvestitionen der deutschen Chemie- und Pharmaindustrie in UK bzw. in die deutsche Chemie- und Pharmaindustrie aus UK, 2012 bis 2015. - Grafik:
Direktinvestitionen der deutschen Chemie- und Pharmaindustrie in UK bzw. in die deutsche Chemie- und Pharmaindustrie aus UK, 2012 bis 2015. - Grafik: © VCI

Das Engagement britischer Investoren in der deutschen Chemie war dagegen deutlich höher. Britische Unternehmen waren 2015 mit gut 2,6 Milliarden Euro in der deutschen Chemie engagiert.


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