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Editorial

Den Dialog auf breiter Basis fortführen

Im Branchendialog Chemie haben wir uns mit unserem Sozialpartner, der IG BCE, und dem Bundeswirtschaftsminister auf Rahmenbedingungen für einen wettbewerbsfähigen Chemiestandort Deutschland verständigt. Wichtig war uns das gemeinsame ordnungspolitische Grundverständnis. Alle Beteiligten haben einer selektiven Industriepolitik eine klare Absage erteilt und sich für wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen für alle Branchen ausgesprochen. Wenn die Industrie weiterhin maßgeblich zu Wohlstand und Beschäftigung beitragen soll, muss das gesamte Netzwerk aus großen und kleinen Unternehmen, aus Grundstoffherstellern und weiterverarbeitenden Branchen erhalten bleiben.

Der Abschlussbericht benennt konkrete Handlungsfelder, in denen wir uns gemeinsam für Verbesserungen einsetzen wollen. Dazu zählen: eine sichere und wettbewerbsfähige Energie- und Rohstoffversorgung, ein innovationsfreundliches Umfeld für mehr Forschung und neue Technologien, gut ausgebildete Fachkräfte und eine moderne Infrastruktur. Unerlässlich sind aber auch eine effiziente Regulierung sowie solide Staatsfinanzen.

Jetzt gilt es, auch die anderen Ministerien für Verbesserungen in diesen Politikfeldern zu gewinnen. Wir brauchen eine Fortsetzung des Gesprächs auf breiterer Basis. Das Bundeswirtschaftsministerium sollte seine Branchendialoge in einen Industriedialog unter Einbindung der anderen Ressorts weiterentwickeln. So könnten Politik und Industrie zu einer kohärenten Strategie für einen starken Industriestandort kommen.

Parallel hierzu muss die Branche bei der Bevölkerung für mehr Akzeptanz gegenüber großen Infrastrukturvorhaben und für mehr Offenheit gegenüber den Zukunftstechnologien der Chemie werben. Wir alle sind gefordert, den Menschen eingängiger deutlich zu machen, was Investitionen und Innovationen für Arbeitsplätze und Einkommen bedeuten. Wir alle können unseren Beitrag dazu leisten, Wirtschaft verständlicher zu machen und wirtschaftliche Zusammenhänge besser zu erklären. Nur mit einem offenen und fairen Dialog wird das Vertrauen in die Forschung und neue Technologien gestärkt.

Prof. Dr. Ulrich Lehner

 

 

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