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Botschaften und Forderungen

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Stand: 02.06.2010

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Nanomaterialien

Nanomaterialien bieten vielfältige Chancen zum Nutzen von Mensch und Umwelt

Nanomaterialien sind feinteilige oder feinstrukturierte chemische Stoffe. Nanomaterialien verändern die Eigenschaften von Materialien, Oberflächen werden z.B. kratz- und schmutz­unempfindlicher. Sie bieten vielfältige interessante Anwendungsmöglich­keiten: Automobil, Energie, Information und Kommunikation, Textil, Bau, Farben, Pharma. Rund 80 Prozent künftiger Nano-Anwendungen werden in der Energieerzeugung und -nutzung, dem Klima­schutz und der Ressourcenschonung liegen. Beispiele: Lithium-Ionen-Batterien und Brennstoffzellen für Elektroautos, organische Photovoltaik.

Nanomaterialien müssen sicher für Mensch und Umwelt sein. Neue Gesetze und Vorschriften sind hierfür aber nicht erforderlich

Nanomaterialien sind chemische Stoffe. Zahlreiche Gesetze und Verordnungen dienen der Sicherheit beim Herstellen, Verwenden, Transportieren und Entsorgen von chemischen Stoffen - und damit auch von Nanomaterialien. So gilt beispielsweise auch die REACH-Ver­ordnung für Nanomaterialien wie für jeden anderen chemischen Stoff. Die Nanoskaligkeit eines Stoffes an sich ist keine Gefahreneigenschaft. Nanospezifische Gesetze sind deshalb nicht erforderlich, allerdings kann sich Präzisierungsbedarf in bestehenden Gesetzen ergeben. Ebenso wenig bedarf es aus VCI-Sicht besonderer Methoden der Risikobewertung. Gegebenenfalls müssen einzelne Tests angepasst werden. Die chemische Industrie arbeitet derzeit in enger Abstim­mung mit nationalen und europäischen Behörden an einer sachgerechten Anwendung bestehender Vorschriften auf Nanomaterialien. Die Risikobewertung von Nanomaterialien muss - wie bei allen chemischen Stoffen - für jeden Einzelfall spezifisch erfolgen.

Die chemische Industrie führt zahlreiche eigene Untersuchungen durch, arbeitet eng mit der Wissenschaft zusammen und beteiligt sich an übergreifenden, öffentlich geförderten Projek­ten wie NanoCare, NanoNature, Nanosafe und Nanoderm. Der VCI hat ein umfangreiches, international viel beachtetes Paket herausgegeben mit Leitfäden zur Behandlung von Nanomaterialien unter REACH, zum sicheren Umgang mit Nano­materialien am Arbeitsplatz und bei der Entsorgung, zur Information in der Lieferkette und zur Sicherheitsforschung.

Bei technischen Anwendungen kommen Verbraucher in aller Regel nicht mit freien Nano­partikeln in Berührung, da diese häufig in Verbundwerkstoffen eingeschlossen sind. Für Arzneimittel, Lebensmittel und Kosmetik gelten besondere Vorschriften, die eine spezielle Risikobewertung verlangen.

 

VCI-Forderungen

1.Innovationen fördern

Um die vielfältigen Innovationspotentiale der Nanotechnologie zu nutzen, sollten Bundes­forschungsministerium (BMBF), Bundesländer und EU-Kommission Wissenschaft und Forschung weiterhin auf hohem Niveau fördern. Der geplante Bürger-Dialog des BMBF über Zukunftstechnologien sollte rasch und unter Beteiligung der Industrie initiiert werden.

2.Bestehende Gesetze anwenden, keine Spezialgesetze für Nanomaterialien einführen

Neue Vorschriften speziell für Nanomaterialien würden eine überflüssige Doppelregulierung bedeuten. Zusätzliche Kennzeichungspflichten und Poduktregister werden vom VCI abgelehnt. Begriffsdefinitionen müssen sinnvoll, praktikabel und international harmonisiert sein.

3.Sicherheitsforschung intensivieren

Das laufende OECD-Programm zum Test von 14 repräsentativen Nanomaterialien sollte Vorrang bei der Sicherheitsforschung haben. Wichtig sind auch die nationalen, vom BMBF geförderten Programme zur Sicherheitsforschung.

 

 

 

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